Web PZ-news
trenner  Kontakt trenner  RSS
Datum: 02.09.2010

Bad Wildbader Trinkhalle wird zum Opernhaus

BAD WILDBAD. 90 Meter lang und 16 Meter breit: Die Trinkhalle in Bad Wildbad ist ein Raum mit ungewöhnlichen Proportionen. Ein langer Schlauch, schlicht und streng im Stil der Neuen Sachlichkeit gehalten; Nüchtern, weiß und vor allem licht durch die elf raumhohen Fenster rechts und links. All das prädestiniert das denkmalgeschützte Gebäude von 1933/34 nicht unbedingt zum Theatersaal: Denn ein Theater muss dunkel sein – und irgendwie auch überschaubar. Doch Bühnenbildner Anton Lukas ist es gelungen, die historische Trinkhalle in ein Festspielhaus zu verwandeln.

Lukas ist bereits das vierte Jahr in Folge in Bad Wildbad. Sein erstes Bühnenbild entwarf er beim 20. Belcanto Opera Festival 2007 für Giuseppe Balduccis Salonoper „Boabdil, re di Granata“ im Kurtheater. In dieser Spielzeit ist er maßgeblich an der Umgestaltung der Trinkhalle zum Opernhaus beteiligt. „Hier galt es nicht nur eine Bühne zu kreieren“, sagt Lukas, „sondern ein ganzes Theater mit Bühne, Zuschauerraum und allem drum und dran.“ Eine Herausforderung für die Festivalmacher – auch akustisch.

Ganz neue Bühne installiert

„In der Trinkhalle zu arbeiten ist etwas ganz anderes als im Kurhaus oder im Kurtheater“, erklärt Lukas: „Der Raum ist in seiner zurückhaltenden, sachlichen Optik viel offener als es der Jugendstil-Kursaal und das verspielte Kurtheater. In der Trinkhalle rückt die Bühne viel stärker ins Blickfeld. Der Raum selbst wird fast zur Nebensache“. Die kleine Bühne, die fest in der Trinkhalle installiert ist, dient bei „Rossini in Wildbad“ jetzt nur als Hinterbühne und bietet Platz für Maske und Requisiten. Die eigentliche Opernbühne wurde komplett neu installiert – inklusive der Beleuchtungsanlage.

Diesen Freiraum nutzt Lukas für ein spannenden Spiel mit Podesten in unterschiedlicher Höhe, die er zu einem Bühnenraum mit verschiedenen Spielflächen und Ebenen arrangiert hat. Dabei kommt ihm zupass, dass in diesem Jahr hier nur eine szenische Produktion aufgeführt wird: Rossinis Meisterwerk „La Cenerentola“ (Aschenputtel). So kann er die Bühne ganz speziell auf diese Oper zuschneiden – ohne Rücksicht auf schnelle Umbauten zwischen verschiedenen Produktionen nehmen zu müssen. Auf einige Dinge muss man indes auch in der Trinkhalle – wie im Kurhaus – verzichten: Einen Schnürboden zum Beispiel. Oder einen Orchestergraben. Dafür bietet die Bühne eine „wahnsinnige Tiefe für Projektionen und andere Effekte. Das ist ein echter Luxus“, schwärmt Lukas.

Wie sich die Trinkhalle als Opern- und Festspielhaus bewährt, wird sich bei der morgigen Premiere zeigen. Dazu Lukas: „Es gibt natürlich noch keinerlei Erfahrungswerte, und ich bin – ehrlich gesagt – schon etwas nervös vor dieser ‚Uraufführung’“. Aber so viel stehe fest: „Alles ist hier viel weitläufiger als man das vom Kurhaus gewohnt ist, egal ob vor oder hinter den Kulissen. Das beginnt im hellen, gläsernen Foyer im Brunnenpavillon und setzt sich fort hinter einer Trennwand im komplett abgedunkelten, sanft ansteigenden Zuschauerraum mit rund 500 Plätzen, die allesamt eine gute Sicht auf die Bühne bieten. Es geht weiter über die großzügige Bühne selbst – und endet bei gutem Wetter auf der Trinkhallen-Terrasse, auf der es sich vor den Vorstellungen und in den Pausen lustwandeln lässt“ . Ulrike Albrecht

Für die Premiere von „Aschenputtel“ und die Vorstellung am 17., 22. und 25. Juli gibt es noch Karten unter

www.rossini-in-wildbad.de

Kultur in Pforzheim
Kultur in Pforzheim - Teil 11: Jazz im Domicile in Brötzingen
Kultur in Pforzheim
Kultur in Pforzheim - Teil 10: Brötzingen mit Stadtmuseum und Figurentheater
Kultur in Pforzheim
Kultur in Pforzheim - Teil 9: Architektur in Pforzheim
Kultur in Pforzheim
Kultur in Pforzheim - Teil 8: Das Kupferdächle
Kultur in Pforzheim
Kultur in Pforzheim - Teil 7: Die Lange Kulturnacht
Kultur in Pforzheim
Kultur in Pforzheim - Teil 6: Das Schmuckmuseum Pforzheim
Kultur in Pforzheim
Kultur in Pforzheim - Teil 5: Das Südwestdeutsche Kammerorchester Pforzheim
Kultur in Pforzheim
Kultur in Pforzheim - Teil 4: Jugendtheater am Theater Pforzheim
Kultur in Pforzheim
Kultur in Pforzheim - Teil 3: Reuchlin-Stadtführung und Museum
Kultur in Pforzheim
Kultur in Pforzheim - Teil 2: Schule im Schmuckmuseum
Kultur in Pforzheim
Kultur in Pforzheim - Teil 1: das Kulturhaus Osterfeld

Julian Bossert aus Salmbach musiziert im Bundesjazzorchester

SALMBACH. Als „absolut großartig“ empfindet der Altsaxofonist Julian Bossert seine Erfahrungen, die er bei der ersten Arbeitsphase und den darauf folgenden Konzerten des Bundesjazzorchesters (BJO) machen konnte. „Zehn Tage lang haben wir am Programm und mit hervorragenden Dozenten gearbeitet“ sagt der gebürtige Salmbacher, der in Nürnberg Jazzsaxofon studiert.  mehr »

Siegbert Rampe präsentiert CD mit Musik

PFORZHEIM. Dass Christoph Graupner Bedeutung als einer der wichtigen deutschen Barockkomponisten ins Bewusstsein einer breiteren Öffentlichkeit gerückt ist, hat auch mit den Einspielungsaktivitäten des von dem Pforzheimer Cembalisten Siegbert Rampe geleiteten Ensembles „Nova Stravaganza“ zu tun. Graupner, der über 50 Jahre als Kapellmeister am Darmstädter Hof wirkte, hat zwar zu Lebzeiten sein Schaffen auf den landgräflichen Dienst konzentriert, dennoch wurde er zu einer europäischen Berühmtheit. mehr »

Karlsruher Ausstellung zeigt zeichnerisches Schaffen von Huenes

KARLSRUHE. Der Künstler Stephan von Huene war vor allem für seine Klangskulpturen bekannt. Aber er war ein vielseitiger Künstler, wie die in Kooperation mit der Hamburger Kunsthalle entstandene Ausstellung „The Song of the Line“ im ZKM Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe jetzt zeigt. mehr »

PZ-Archiv
Alle Seiten, alle Artikel aus der "Pforzheimer Zeitung" seit dem 1. Oktober 1949 finden Sie im PZ-Archiv. zum Archiv »

Rund um die PZ | Kontakt | Hilfe | Sitemap | Impressum

Copyright © 2010 Pforzheimer Zeitung / PZ-news.de

Pforzheim | Region | Sport | Wirtschaft | Kultur | Politik | Panorama | Südwest | Service | Magazin