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Datum: 02.09.2010

Täter schrie: "Ich bring' Dich um" - Tatnacht ungeklärt

BIRKENFELD/MANNHEIM. Die Polizistin Andrea Z. hat sich offenbar heftig mit dem Mann gestritten, der sie am 29. April 1997 in Birkenfeld schließlich töten wollte. Nachts von lauten Stimmen geweckt, hörte ein Nachbar, wie der Täter die damals 26-Jährige mit den Worten bedrohte: „Ich bring’ dich um, ich schlag’ dich tot.“ Die junge Frau habe den Mann wimmernd angefleht, sie loszulassen, sagte am Mittwoch im Wörz-Prozess der Polizist, der den Nachbar vor zwölf Jahren befragte.

Von Ralf Steinert
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Vor dem Landgericht Mannheim klagt die Staatsanwaltschaft den Birkenfelder Harry Wörz an, er habe versucht, seine frühere Frau zu erdrosseln. Der Bauzeichner war 1998 als Täter verurteilt worden, erreichte aber ein Wiederaufnahmeverfahren und kam nach knapp fünf Jahren aus dem Gefängnis.

„Lass’ mich gehen, ich habe dir doch nichts getan“, hörte der Nachbar noch, bevor es still wurde in der rund 30 bis 40 Meter entfernten Wohnung. Er erinnerte sich genau an die Zeit des lauten Streits (2.18 Uhr), weil er auf die Uhr seines Videorekorders schaute, bevor er wieder ins Bett ging. Ob der Täter die Polizistin mit schwäbisch-badischem Dialekt bedrohte, lässt sich nicht mehr feststellen. Der Nachbar lebt nicht mehr. Und der Polizist, der ihn vernommen hatte, hakte nicht nach: „Der Täter hat so wie wir gesprochen, sonst hätte mir das der Nachbar sicher gesagt.“

Offen blieb auch, wo genau im Flur der Wohnung die junge Polizistin lag, die mit schwersten Behinderungen überlebte. Ein Polizist und eine Kollegin vom Polizeirevier Neuenbürg kamen als erste am Tatort an, konnten am Mittwoch jedoch widersprüchliche Angaben nicht aufklären.

Schon vor zwölf Jahren ließen sich bei einer Rekonstruktion der Kripo in der Wohnung unterschiedliche Feststellungen nicht unter einen Hut bringen. Wäre die Tür im Flur zur Einliegerwohnung weit geöffnet gewesen, hätte das nicht zu den Aussagen des Vaters gepasst, der damals aus dem unteren Stockwerk nach oben eilte, aber nur kurz die Beine seiner Tochter sah, weil der Täter die Tür zuschlug und damit Zeit gewann, zu flüchten.

Den Vater, früher bei der Polizei beschäftigt, führten die Ermittler neben Wörz zunächst als Tatverdächtigen wie auch den Liebhaber seiner Tochter, ebenfalls ein Polizist. Am Tatort habe es ein Durcheinander gegeben, nachdem weitere Polizeistreifen sowie der Notarzt und Rettungssanitäter eintrafen, sagte die Polizistin, die 1997 im Neuenbürger Revier arbeitete. Als Wörz-Verteidiger Ralf Neuhaus sie fragte, wie unter solchen Bedingungen Spuren gesichert worden seien, schnitt der Vorsitzende Richter Rolf Glenz barsch die Diskussion über die Arbeit der Polizeibeamten ab: „Wir wissen doch bereits, dass sie wie eine Elefanten-Herde durch den Porzellanladen gelaufen sind.“

Der Prozess im Landgericht Mannheim wird am heutigen Donnerstag, 7. Mai, um 9 Uhr fortgesetzt.

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