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Datum: 02.09.2010
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Mit mehreren Millionen Euro Rücklagen war die Stadt bei der pleite gegangenen US-Investmentbank Lehman Brothers engagiert.
Foto: Ketterl

Stadt hat Millionen bei pleite gegangener US-Bank angelegt

PFORZHEIM/ENZKREIS/CALW. Zumindest indirekt ist Pforzheim in die US-Finanzkrise verstrickt. 18 Millionen Euro wurden im August und September an die deutsche Tochter der Lehman Brothers-Investmentbank überwiesen.

Von Bruno Knöller
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Die Finanzwelt steht Kopf. Die Menschen in Pforzheim haben Angst vor den Auswirkungen.
Die Pforzheimer Stadtkämmerin Susanne Weishaar bestätigte gestern gegenüber der PZ das finanzielle Engagement bei der Frankfurter Niederlassung der insolventen amerikanischen Bank. Zugleich beruhigt sie: „Lehman Brothers hat eine Einlagensicherung von 285 Millionen Euro pro Kunde. Wir haben überhaupt keine Sorge. Unser Kapital und unsere Zinsen sind sicher.“ Nicht nur Lehman Brothers seien Rücklagen der Stadt anvertraut worden. Auch zwei weitere Banken hätten im August knapp 20 Millionen Euro städtische Gelder erhalten, darunter die Sparkasse Pforzheim Calw. Die Finanzmittel seien für 40 oder 50 Tage angelegt worden. Zum jeweils vergleichbaren Zeitraum habe Lehman 4,59 Prozent und die Sparkasse 4,55 Prozent Habenzinsen bezahlt.

Weishaar begründet ihre Dispositionen: „Wir sind nach dem Gemeindewirtschaftsrecht verpflichtet, die bestmöglichen Konditionen zu erhalten. Auch in der Vergangenheit haben wir bei Lehman Brothers und bei vielen Banken, die in Deutschland eine Niederlassung haben und für die ein Fonds besteht, Geld angelegt.“ Die Städte und Gemeinden im Enzkreis, die über Rücklagen, Aktien und Fondsanteile im Wert von rund 160 Millionen Euro verfügen – bei einer Verschuldung in den Kämmerei-Haushalten von etwa 50 Millionen Euro – steuern dagegen einen anderen Kurs. Sie bauen weitgehend auf heimische Geldinstitute. Aus Niefern-Öschelbronn kommt die Auskunft, dass die Gemeinde weder direkt noch über Fonds bei der pleite gegangenen Lehman Brothers-Bank mit von der Partie ist. Gleiches gilt für Mühlacker. Der dortige Oberbürgermeister Arno Schütterle versichert: „Wir fahren in Mühlacker eine konservative Linie. Das zahlt sich aus, so konnte Geld gar nicht in internationalen Kanälen verschwinden.“ Zehn Millionen Euro seien bei einer „großen heimischen Bank“ deponiert.

13 Millionen Euro Sparguthaben der Gemeinde Birkenfeld sind auf den Konten der Sparkasse, der Raiffeisenbank Birkenfeld, der Volksbank und der Postbank aufgehoben. „Ich gehe immer auf Nummer Sicher“, ist die Devise von Bürgermeister Reiner Herrmann.

Straubenhardt, Engelsbrand, Unterreichenbach, Oberreichenbach, Neuweiler und Knittlingen haben zusammen in einem Festgeld-Fonds der Sparkasse Pforzheim Calw ihr 33 Millionen Euro schweres Vermögen gutschreiben lassen. „Dafür bekommen wir knapp unter fünf Prozent Zinsen“, freut sich der Straubenhardter Kämmerer Reinhold Varwig.

Die kleine schuldenfreie Gemeinde Höfen setzt ebenfalls auf heimische Banken, zieht jedoch Tagesgeldkonten für die mehr als zwei Millionen Euro vor. Kämmerer Ralf Busse hat zuletzt 4,65 Prozent Zins für 60 Tage eingestrichen.

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