Web PZ-news
trenner  Kontakt trenner  RSS
Datum: 08.09.2010
Alternativ
Ohne Worte: Der sonst so redegewandte Moderator (Mitte) zeigte seine Gefühle am Donnerstag nur mimisch. Den Medien Rede und Antwort stand sein Anwalt Reinhard Birkenstock (rechts). 
Foto: dpa

Kachelmann will zwei Millionen Euro Schadenersatz

Fernsehmoderator Jörg Kachelmann fordert wegen Verletzung seiner Persönlichkeitsrechte vom Springer-Verlag Schmerzensgeld in Millionenhöhe. „Wir können bestätigen, dass es Forderungen gibt, die sich etwa auf zwei Millionen Euro summieren“, bestätigte Tobias Fröhlich, Sprecher der Bild-Gruppe am Freitagabend der Deutschen Presse-Agentur.

ANZEIGE

Der Verlag weise die Forderungen aber allesamt zurück. Kachelmanns Anwalt Ralf Höcker wollte sich zu der Sachlage auf Anfrage nicht äußern. Wie „Faz.net“ am Freitag berichtete, haben die Anwälte des Wettermanns entsprechende Forderungen an „Bild“ und „Bild am Sonntag“ gestellt. Rechtsexperten hatten zuvor auch die Pressearbeit der Staatsanwaltschaft kritisiert. Sie sei Auslöser für eine mediale Hetzjagd auf Kachelmann gewesen, sagte der Berliner Presserechts- Anwalt Christian Schertz der dpa.

Das Oberlandesgericht Karlsruhe hatte den Haftbefehl gegen den Schweizer am Donnerstag aufgehoben. Die Staatsanwaltschaft legt dem 52-jährigen Wettermoderator Vergewaltigung in einem besonders schweren Fall und Körperverletzung zur Last. Er soll Anfang Februar seine frühere Freundin zum Sex gezwungen und mit einem Messer am Hals verletzt haben. Am Freitag hatte sich der Wettermann erstmals öffentlich geäußert und erneut seine Unschuld beteuert.

„Der Alptraum ist für mich noch nicht zu Ende“, sagte er in ersten Interviews auf freiem Fuß. Unschuldig im Gefängnis zu sitzen, sei das bisher Furchtbarste in seinem Leben gewesen, meinte er mit Blick auf viereinhalb Monate Untersuchungshaft. Nach der Entlassung will Kachelmann nun vor Gericht gegen die Vergewaltigungsvorwürfe kämpfen. Der Prozess beginnt vor dem Landgericht Mannheim am 6. September.

Kachelmann war am 20. März nach der Rückkehr von den Olympischen Winterspielen aus Kanada verhaftet worden. „Ich gehe davon aus, dass die sehr frühe Information der Öffentlichkeit über die Inhaftierung die Persönlichkeitsrechte Kachelmanns verletzt hat“, sagte Schertz. „Sollte Kachelmann im Hauptverfahren freigesprochen werden, stehen Amtshaftungsansprüche im Raum“.

Der Präsident des Verbandes deutscher Strafrechtsanwälte, Jürgen Möthrath, kritisierte, das Privatleben des Wettermoderators sei in einer Weise an die Öffentlichkeit gezerrt worden, wie es bei weniger prominenten Verdächtigen nie der Fall gewesen wäre. Die ARD macht das Drama rund um ihren Wettermoderator zum Thema in der Talkrunde „Anne Will“ an diesem Sonntag. „Der Fall Kachelmann - Justiz-Alltag oder Promi-Pranger?“ lautet der Titel der Sendung.

Volksentscheid zu Stuttgart 21?

Alternativ

STUTTGART. Die SPD will am Mittwoch ihre Pläne für einen Volksentscheid über das Bahnprojekt Stuttgart 21 vorlegen. SPD-Landeschef Nils Schmid hatte am Dienstag angekündigt, man sei zwar weiter für das Projekt, wolle aber angesichts des massiven Protests die Bürger entscheiden lassen. mehr »

Jugendlicher schießt auf Frau

RAVENSBURG. Ein 16-Jähriger hat in Ravensburg eine Radfahrerin mit einer Softair-Waffe verletzt. Wie Polizei und Staatsanwaltschaft mitteilten, wurde der Jugendliche wegen gefährlicher Körperverletzung und Verstoßes gegen das Waffengesetz angezeigt.  mehr »

Telefon-Betrüger lehnen Deal mit Gericht ab

MANNHEIM. Kurz nach dem Auftakt ist ein Prozess gegen ein Ehepaar wegen millionenschweren Betrugs mit Telefonkarten ausgesetzt worden. Die beiden Angeklagten lehnten eine Verständigung mit dem Landgericht Mannheim ab. mehr »

PZ-Archiv
Alle Seiten, alle Artikel aus der "Pforzheimer Zeitung" seit dem 1. Oktober 1949 finden Sie im PZ-Archiv. zum Archiv »

Rund um die PZ | Kontakt | Hilfe | Sitemap | Impressum

Copyright © 2010 Pforzheimer Zeitung / PZ-news.de

Pforzheim | Region | Sport | Wirtschaft | Kultur | Politik | Panorama | Südwest | Service | Magazin