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Datum: 02.09.2010
Kompetente Runde: Oberbürgermeister Gert Hager, Reiner Müller, Leiter des Geschäftsbereichs Wirtschaftsförderung der WSP, Referent und Gefak-Prokurist Josef Rother, WSP-Direktor Christoph Dickmanns und Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Pforzheim Calw Herbert Müller (von links).

„Darin liegt Potenzial“ - Unternehmerfrühstück zu Standortstudie

PFORZHEIM. Wie mit einem neuen Schuh verhalte es sich mit den Ergebnissen der Unternehmensbefragung Stadt Pforzheim: „Es gibt zwar ein paar Druckstellen, aber im Großen und Ganzen passt er gut“, fasste Oberbürgermeister Gert Hager am Donnerstagmorgen beim Unternehmerfrühstück der Wirtschaft und Stadtmarketing Pforzheim (WSP) – erstmals im Turm der Sparkasse Pforzheim Calw – humorvoll zusammen. Er sei optimistisch gestimmt.

Von Yvonne Dast-Kunadt

Tatsächlich hat die im Mai 2009 durchgeführte Befragung (PZ hat berichtet) eine überdurchschnittliche Investitionsbereitschaft sowie ein hohes Niveau in Forschung und Entwicklung der Pforzheimer Unternehmen ergeben, präzisierte Referent Josef Rother, Prokurist und Gesellschafter der Gesellschaft für angewandte Kommunalforschung (Gefak), die die Befragung durchgeführt hat. Kritik gab es hingegen für die hohe Gewerbesteuer, die unzureichende Schienenanbindung, den Fachkräftemangel sowie das Preisniveau für Gewerbeflächen. Insbesondere das Image der Goldstadt in der Außendarstellung wurde bemängelt.

Für diesen Kritikpunkt hatten jedoch nicht alle Teilnehmer des Unternehmerfrühstücks Verständnis: „Stehen wir beim Image wirklich so schlecht da“, wollte ein Jungunternehmer wissen. Rother gab ihm insofern recht, als dass ein Unterschied zwischen der Eigen- und der Fremdwahrnehmung gemacht werden müsse. Allerdings, so der Referent, dürfe auch das Feedback nicht unterschätzt werden, das Unternehmer regelmäßig von außen mit in die Stadt brächten. „Ich habe gestern den Marburger Oberbürgermeister gefragt, was er mit Pforzheim verbindet“, erzählte Rother. Die Antwort: Gold und René Weller, Pforzheimer Ex-Profiboxer. Eine überraschende Antwort, deutet man das Raunen, das daraufhin durch den Panoramasaal im Sparkassen-Turm ging. Allerdings relativierte der Referent im Gespräch mit der PZ anschließend diesen Ausspruch mit einer weiteren Anekdote: „Eine junge Frau im Zug hat mir auf diese Frage geantwortet: ‚Mode und Design – muss ganz trendig da sein’.“ Und darin liege Potenzial, so Rother.

„Auf Unternehmen angewiesen“

„Wie bekommen wir hochqualifizierte Leute oder halten Studenten der Hochschule in der Stadt“, fragte ein Unternehmer. Auch das sei ein Punkt, der eng mit der Kritik am Image der Stadt verwoben sei. Eine prompte Antwort kam von Oberbürgermeister Hager: „Von Stadtseite her greifen wir das Thema stark an, aber wir sind auch auf die Unternehmen angewiesen.“ Um den Standort für die Studenten interessanter zu machen, müsse es mehr Praktika-Möglichkeiten und Plätze für Werkstudenten geben, so Hager.

Verbesserungsbedarf sahen die befragten Unternehmen unter anderem auch bei der Telekommunikations- und Datenverkehrsinfrastruktur in den Industriegebieten. „Jammern wir auf hohem Niveau, oder sind wir tatsächlich schlecht aufgestellt“, fragte ein Unternehmer. „Wir haben Stimmungen, Meinungen abgefragt“, so Rother. Ob diese Einschätzung der Unternehmer den Tatsachen entspreche, könne er nicht sagen. Da die Befragung jedoch personalisiert sei, habe die WSP nun die Möglichkeit, die Themen gemeinsam mit den Unternehmen anzugehen. „Diese Analyse war erst der Anfang“, so der Gefak-Prokurist.

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