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Datum: 02.09.2010
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DerArbeitsmarkt in Pforzheim und im Enzkreis ist auch im Juli stabil geblieben.
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Arbeitsmarkt stabil - Pforzheim bleibt Quotenletzter

PFORZHEIM/ENZKREIS. Auch im Juli zeigte sich der Arbeitsmarkt stabil. Die Arbeitslosigkeit im Bereich der Pforzheimer Agentur für Arbeit nahm gegenüber dem Juni um 15 Personen zu. Im Berichtsmonat wurden 9206 Arbeitslose gezählt; die Arbeitslosenquote stieg gegenüber dem Vormonat um 0,1 Prozentpunkte auf 5,7 Prozent an. Pforzheim hat mit 8,8 Prozent aber weiterhin die höchste Arbeitslosenquote aller Stadt und Landkreise, während der Enzkreis mit 3,8 Prozent im Landesvergleich einen vorderen Platz belegt.

„Obwohl eine große Anzahl von auslaufenden Arbeitsverhältnissen zum Quartalsende in den Berichtszeitraum fielen, ist der Anstieg der Arbeitslosigkeit durchaus moderat“, urteilt Walter Reiber, Chef der Pforzheimer Arbeitsagentur. Gegenüber dem Vorjahresmonat wurden in Pforzheim und dem Enzkreis knapp 2000 Arbeitslose weniger gezählt.

Pforzheimer Quote sinkt weiter

Für die Stadt Pforzheim wurden im Juli 5263 Arbeitslose ausgewiesen und damit 0,4 Prozent weniger als im Juni. Erneut ging die Arbeitslosenquote um ein Zehntel zurück und liegt nun bei 8,8 Prozent. Im Vorjahr waren es noch 10,4 Prozent gewesen. In Baden-Württemberg hat die Stadt Pforzheim trotz dieser Erholung noch immer die höchste Arbeitslosenquote aller Stadt und Landkreise, gefolgt vom Stadtkreis Heilbronn und der Stadt Mannheim, die beide eine Quote von 7,4 Prozent erreichen.

Im Enzkreis waren 3943 Menschen arbeitslos, 34 Personen mehr (plus 0,9 Prozent) als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote blieb konstant bei 3,8 Prozent (Vorjahr: 4,7 Prozent). Nur elf von 44 Stadt- und Landkreisen in Baden-Württemberg können eine Arbeitslosenquote von 3,8 Prozent und besser vorweisen, darunter der Enzkreis.

Im Westen noch 1025 freie Stellen

Der Anstieg der Arbeitslosigkeit verteilt sich auf 5 Personen im Bezirk der Hauptagentur mit der Stadt Pforzheim und dem westlichen Enzkreis. Die Arbeitslosenquote blieb unverändert bei 6,0 Prozent bei 7831 Arbeitslosen. Für Pforzheim und den westlichen Enzkreis war die Kräftenachfrage stabil. Es wurden 527 neue Personalanfragen an die Arbeitsagentur gerichtet, das waren zwei weniger als im Juni aber 205 (plus 63,7 Prozent) mehr als vor einem Jahr. Am Monatsende waren noch 1025 freie Stellen zu besetzen.

Mühlacker und östlicher Enzkreis konstant

Der Geschäftsstellenbezirk Mühlacker mit dem östlichen Enzkreis wies zum Stichtag mit 1375 Arbeitslosen innerhalb eines Monats 10 Personen mehr aus, was sich in der Arbeitslosenquote niederschlug. Sie stieg gegenüber dem Vormonat um ein Zehntel auf 4,3 Prozent. Die Arbeitgeber im Bezirk der Geschäftsstelle meldeten mit 114 neuen Stellen für den ersten Arbeitsmarkt genau wie im Hauptagenturbezirk zwei weniger als im Vormonat. Gegenüber dem Vorjahr ein Rückgang um 21 Stellen (minus 15,6 Prozent). Am Monatsende waren noch 194 Stellen unbesetzt.

Mehr Personal, weniger Kurzarbeit

„Die anspringende Konjunktur lässt die Arbeitgeber konstant Personal anfordern. Gesucht sind vor allem Fachkräfte; aber auch Helfer mit guten beruflichen Vorkenntnissen haben wieder gute Chancen“, berichtet Walter Reiber zur aktuellen Lage. Immer mehr Betriebe können ihre Kurzarbeit reduzieren oder sogar ganz beenden. „Kurzarbeit wird tendenziell zurückgefahren. Die entspanntere Wirtschaftslage lässt die Betriebe schrittweise auf Kurzarbeit verzichten. Hinzu kommt, dass die Monate Juli und August Urlaubsmonate sind, in denen bei geplantem Urlaub kein Kurzarbeitergeld gewährt wird“, schätzt Walter Reiber die Entwicklung der Kurzarbeit in seinem Bezirk ein. Für die kommenden Monate rechnet Reiber mit einem weiteren Rückgang der Kurzarbeit.

Auch landesweit blieb die Arbeitslosenzahl stabil. Im Juli waren in Baden-Württemberg rund 266.000 Personen von Arbeitslosigkeit betroffen; annähernd die gleiche Anzahl wie im Vormonat. Die Arbeitslosenquote verharrte bei stabilen 4,7 Prozent. Auch im Vorjahr war die Entwicklung ähnlich, aber auf einem höheren Niveau, denn damals blieb es bei einer Quote von 5,2 Prozent.

Frauenanteil bei Arbeitslosen steigt

Die Arbeitslosenzahl war stabil und bei einem Anstieg um 15 Arbeitslose konnten für die vergangenen vier Wochen lediglich Verschiebungen festgestellt werden. Die Arbeitslosigkeit der Männer sank um 64 Personen, die der Frauen erhöhte sich um 79 Personen. Der Anteil arbeitsloser Männer an der Gesamtarbeitslosigkeit ging auf 53,2 Prozent zurück, während der der Frauen auf 46,8 Prozent anstieg.

Immer mehr jüngere Arbeitslose

Deutlich angestiegen ist die Zahl der unter 25-jährigen Arbeitslosen. Innerhalb der vergangenen vier Wochen waren es 180 Personen mehr, das entspricht einem Plus von 22,5 Prozent. Gegenüber dem Vorjahr dennoch ein Rückgang um 26,1 Prozent; damals waren noch 347 mehr junge Menschen von Arbeitslosigkeit betroffen. Der Anteil Jüngerer an der Gesamtarbeitslosigkeit ist auf 10,6 Prozent und deren Arbeitslosenquote auf 5,1 Prozent gestiegen. „Das teilweise frühe Ende der Berufsausbildungen ist hier deutlich zu spüren. Noch immer werden nicht alle ehemaligen Auszubildenden von ihren Lehrherren übernommen“, analysiert Walter Reiber die Situation. Er zeigt sich aber zuversichtlich, dass diese gut ausgebildeten jungen Leute schon bald wieder eine Anstellung finden werden.

Weniger Menschen ausländischer Herkunft ohne Job

Erfreulich ist, dass 38 Arbeitslose ausländischer Herkunft weniger gezählt wurden. Die Arbeitslosenquote ging um 0,2 Prozentpunkte auf 12,5 Prozent zurück. Der Anteil an der Gesamtarbeitslosigkeit liegt bei 27,2 Prozent; im Vormonat waren es noch 27,6 Prozent gewesen.

Über 50 Jahre alt sind 2862 Arbeitslose. Ihr Anteil liegt bei 31,1 Prozent. Die Anzahl der arbeitslosen Älteren nahm um 32 Personen zu.

Im Juli konnte zwar die Langzeitarbeitslosigkeit um 62 verringert werden, das Niveau ist aber immer noch hoch. Gegenüber dem Vorjahr sind es knapp 700 Personen und damit 30 Prozent mehr. Beinahe jeder Dritte ist seit über einem Jahr arbeitslos. pm/tok

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