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16.02.2010

18-Jähriger verletzt 44-Jährigen schwer mit dem Messer

KARLSRUHE. Unter dem dringenden Verdacht, im Verlauf einer Auseinandersetzung in der Landesaufnahmestelle für Asylbewerber in der Durlacher Allee einen 44 Jahre alten Inder mit einem Messer im Gesicht sowie am Rücken schwer verletzt zu haben, haben Polizeibeamte am späten Montagabend kurz vor Mitternacht einen 18 Jahre alten Algerier festgenommen.

Die vom Pförtner der Einrichtung alarmierten Polizeibeamten hatten zunächst erhebliche Schwierigkeiten, zu dem Verletzten durchzudringen. Etwa 20 Bewohner der Aufnahmestelle hatten sich den Beamten in den Weg gestellt. Dies gelang erst nach Einsatz unmittelbaren Zwanges sowie nach Eintreffen mehrerer zur Verstärkung herbeigerufener Streifenwagenbesatzungen.

Der durch einen von der Wange bis in den Mundraum geführten Messerstich sowie durch Schnitte auch im Rückenbereich verletzte 44-Jährige wurde in der Folge von Sanitätern erstversorgt und anschließend zur stationären Behandlung in eine Klinik eingeliefert.

Unterdessen konnten die Beamten den Verdächtigen aufgrund von Zeugenaussagen dingfest machen. Das zur Tat benutzte Messer wurde bislang allerdings nicht aufgefunden.

Nicht zuletzt aufgrund sprachlicher Probleme gestalten sich die Ermittlungen nach den Hintergründen des Geschehens äußerst schwierig. Auch die Hinzuziehung von Dolmetschern brachte bislang nicht das erhoffte Licht ins Dunkel. Offenbar hatte es zwischen den beiden Kontrahenten eine Vorgeschichte gegeben. Auch Alkohol könnte eine Rolle gespielt haben. Bei dem Festgenommenen wurde Alkoholeinwirkung festgestellt, weshalb bei ihm eine Blutentnahme angeordnet wurde.

Während weitere kriminalpolizeiliche Ermittlungen bis zur Stunde andauern, wird die Staatsanwaltschaft Karlsruhe gegen den 18-jährigen Algerier wegen Verdachts eines versuchten Tötungsdeliktes Haftantrag stellen. Seine Vorführung vor dem zuständigen Richter ist für Dienstagnachmittag vorgesehen.