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18.01.2012

2011 fast 11 Prozent mehr Asylbewerber als 2010

Stuttgart. Die Zahl der Asylbewerber im Südwesten ist im vergangenen Jahr auf 5262 gestiegen. Das waren nach Angaben des Integrationsministeriums von Mittwoch 509 Menschen oder 10,7 Prozent mehr als 2010. "Die gestiegenen Zugangszahlen im Land bestätigen den seit 2008 bundesweit bestehenden Trend", sagte Ministerin Bilkay Öney (SPD) in Stuttgart. "Die Steigerungen sind aber nicht vergleichbar mit den Zugangszahlen Anfang der 1990er Jahre."

Zudem habe sich diese Zunahme 2011 im Vergleich zu den Vorjahren deutlich abgeschwächt. Vor allem die seit Dezember 2009 wegen der Visumfreiheit erheblich gestiegenen Zugänge aus Serbien und Mazedonien seien im vergangenen Jahr wieder rückläufig gewesen, so Öney. Die seit Dezember 2010 geltende Visumfreiheit für Bosnien-Herzegowina und Albanien habe bisher keine nennenswerten Auswirkungen im Südwesten gehabt. Auch die politischen Umwälzungen in Tunesien, Libyen und Ägypten hätten sich nicht auf den Zugang in Baden-Württemberg ausgewirkt.

Mit 823 Personen kamen im vergangenen Jahr die meisten Antragsteller laut Ministerium aus dem Irak, danach folgen Asylbewerber aus Pakistan (734), Afghanistan (565) sowie Serbien (464). Knapp die Hälfte (49,1 Prozent) aller Asylbewerber in Baden-Württemberg kamen allein aus diesen vier Ländern.

"Ungeachtet schwankender Zugangszahlen müssen wir unserer rechtlichen und politischen Verantwortung für die Aufnahme von Menschen gerecht werden, die bei uns Zuflucht suchen", betonte Öney. "Angesichts der prekären Lage in vielen Staaten Asiens und Afrikas ist dieses Thema aktueller denn je." dpa