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11.03.2011

80-Jähriger soll kranke Ehefrau erwürgt haben

MANNHEIM. Die Staatsanwaltschaft Mannheim hat Anklage gegen einen 80-Jährigen erhoben, der seine fünf Jahre jüngere Frau erwürgt haben soll. Der Mann war mit der Pflege der Frau überfordert und hat die Tat gestanden, wie die Ermittler am Freitag mitteilten. Er sagte aus, dass die Kranke ihn gebeten habe, sie von ihren Schmerzen zu erlösen.

Die Staatsanwaltschaft geht dennoch von Totschlag und nicht von Tötung auf Verlangen aus. Den Ermittlungen zufolge fehlte es an einem „ernstlichen und ausdrücklichen Verlangen“ der Frau, getötet zu werden. Totschlag wird härter bestraft als Tötung auf Verlangen.

Die Frau konnte sich nach mehreren Krankenhausaufenthalten kaum noch bewegen und litt an starken Schmerzen. Ihr Mann, mit dem sie 55 Jahre verheiratet war, informierte nach der Tat seine Tochter. Diese rief die Polizei. Die Tochter sagte den Angaben zufolge aus, ihre Eltern hätten all die Jahre eine gute und harmonische Ehe geführt. Wegen des Alters des Mannes und verminderter Schuldfähigkeit beantragte die Staatsanwaltschaft keinen Haftbefehl. Ein Termin für einen Prozess steht noch nicht fest.

Tötung auf Verlangen wird mit sechs Monaten bis fünf Jahren Haft bestraft. Totschlag bei verminderter Schuldfähigkeit wird mit maximal 11 Jahren und drei Monaten geahndet.