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25.08.2009

Abgestürzter Ultraleichtflieger war selbst gebaut

FRONREUTE. Das Ultraleichtflugzeug, das am Sonntag bei Fronreute (Kreis Ravensburg) auseinandergebrochen und abgestürzt ist, hatte der ums Leben gekommene Pilot selbst gebaut. „Der Ingenieur war seit vielen Jahren auf diesem Gebiet tätig“, sagte der Leiter der Staatsanwaltschaft Ravensburg, Herbert Heister, am Dienstag und bestätigte damit einen Bericht der „Schwäbischen Zeitung“.

Der 62-jährige Pilot und sein 54-jähriger Begleiter waren bei dem Absturz ums Leben gekommen. Einen Tag nach dem Absturz eines Ultraleichtflugzeugs in Eschbach (Kreis Breisgau-Hochschwarzwald) ist auch einer der beiden Insassen gestorben. Unterdessen brachten die Ermittlungen nach dem Flugzeugunglück am Sonntag in Ellwangen (Ostalbkreis) mit vier Toten noch keine konkreten Ergebnisse.
In Fronreute untersuchen Sachverständige der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BfU) nun, ob die vom Piloten gebaute Maschine alle Zulassungskontrollen durchlaufen hat und technisch einwandfrei war. Der Ultraleichtflieger war nur wenige Minuten nach dem Start am Flugplatz in Berg (Kreis Ravensburg) in der Luft auseinandergebrochen. Beide Männer an Bord galten nach Polizeiangaben als erfahrene Piloten mit langjähriger Praxis. Hinweise auf Gesundheitsprobleme des Piloten hat die Staatsanwaltschaft nicht. Dennoch sei eine Obduktion der Toten angeordnet worden, sagte Heister.
In Ellwangen waren vier Männer in einem Hubschrauber ums Leben gekommen, der etwa 500 Meter vom Flugplatz Erpfental entfernt mit einer Cessna zusammenstieß. „Bevor das Gutachten nicht da ist, sagen wir nichts zur Ursache“, sagte ein Polizeisprecher in Aalen. Das werde aber noch sehr lange dauern. Derzeit untersuchen die BfU- Experten die Wrackteile des Hubschraubers, der erst kürzlich generalüberholt worden war. Die Polizei vernahm unterdessen weitere Zeugen. Dabei handele es sich aber nur um subjektive Augenzeugenberichte, sagte der Sprecher. Der Unfall hatte sich während eines Flugplatzfestes ereignet. Die rund 1000 Besucher waren jedoch nicht in Gefahr. Den Sachschaden gab die Polizei mit 250 000 Euro an.
Rätsel gibt den Experten auch der Absturz des Ultraleichtflugzeugs in Eschbach auf, bei dem nur einer der beiden Insassen überlebte. Sein 61 Jahre alter Begleiter aus der Schweiz erlag am Dienstag seinen Verletzungen in einem Basler Krankenhaus. Es sei noch unklar, warum das Flugzeug der beiden zerschellte, sagte ein Polizeisprecher. Es werde gegen die Insassen eines weiteren Sportflugzeuges ermittelt, das sich in der Nähe befunden haben soll und problemlos landen konnte. Es sei möglich, dass ihre Maschine das Leichtflugzeug berührte. Ein anderer Grund könnten Turbulenzen im Vorbeifliegen gewesen sein, hieß es. dpa