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25.02.2010

Arbeitslosenzahl im Südwesten leicht gesunken

Stuttgart (dpa/lsw) - Trotz des harten Winters und der nur langsam anziehenden Konjunktur ist die Zahl der Arbeitslosen im Südwesten im Februar leicht gesunken. Damit ist Baden-Württemberg das einzige Bundesland mit einer rückläufigen Arbeitslosenquote. Sie sank um 0,1 Prozentpunkte auf 5,5 Prozent.

Im Februar hatten 308038 Menschen keinen Arbeitsplatz. Das waren 2647 Männer und Frauen weniger als noch im Januar, aber 40115 mehr als vor einem Jahr. Der Rückgang fiel deutlich geringer aus als in den Boomjahren 2007 und 2008. Auch für die Zukunft geben Experten noch keine Entwarnung. Ein großes Risiko ist vor allem die hohe Zahl von Kurzarbeitern.

„In diesem Jahr wird die Zahl derjenigen Menschen steigen, denen es nicht gelingt, innerhalb von zwölf Monaten eine Arbeit zu finden“, teilte die Leiterin der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit, Eva Strobel, am Donnerstag in Stuttgart mit. „Außerdem wird es schwieriger, aus Langzeitarbeitslosigkeit heraus in Arbeit zu kommen.“ Im Februar lag die Zahl der Harzt-IV-Empfänger mit 154 973 Männern und Frauen 0,1 Prozentpunkte über dem Wert des Vormonats.

Mit der Arbeitslosenquote von 5,5 Prozent hat Baden-Württemberg wieder zu Bayern aufgeschlossen - beide Länder können die bundesweit niedrigste Quote aufweisen. Im Südwesten hatte dieser Wert im Januar noch bei 5,6 Prozent gelegen, im Februar 2008 bei 4,8 Prozent.

„Wir können zwar noch nicht von einer Trendwende sprechen, aber die aktuellen Zahlen geben Hoffnung, dass wir auch am Arbeitsmarkt allmählich die Talsohle durchschreiten“, teilten Ministerpräsident Stefan Mappus und Arbeitsministerin Monika Stolz (beide CDU) mit. Trotz des besonders harten Winters zeige sich der Arbeitsmarkt im Land erstaunlich robust. Wirtschaftsminister Ernst Pfister (FDP) plädierte dafür, die Qualifizierung in den Betrieben voranzutreiben.

Mappus forderte eine Verlängerung der Kurzarbeiterregelung. „Damit könnte die dringend notwendige Beschäftigungsbrücke erhalten bleiben“, teilte er mit. „Dies wäre nicht nur ein positives Signal für den Arbeitsmarkt im Land sondern vor allem eine wirksame Hilfe für die baden-württembergischen Unternehmen, damit sie ihre im nächsten Aufschwung dringend benötigten Fachkräfte halten können.“

Die Kurzarbeit hat in Baden-Württemberg im vergangenen Jahr rund 72000 Stellen gesichert. „Die Unternehmen wissen, dass sie gut ausgebildete Belegschaften brauchen, sobald die Konjunktur wieder anzieht“, sagte Strobel. Rund 230000 Mitarbeiter in 9300 Betrieben arbeiteten 2009 kurz. Das waren sechs Prozent aller sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten. Besonders betroffen war die Metallbranche, hier war ein Viertel der Mitarbeiter in Kurzarbeit.
Für Februar rechnet Strobel damit, dass für 10000 weitere Beschäftigte die Maßnahme beantragt wird. Im Januar hatten 900 Betriebe für 12000 Menschen Kurzarbeit angemeldet.

Gegen den Trend ist im Februar die Jugendarbeitslosigkeit im Land weiter gestiegen. 30636 junge Frauen und Männer unter 25 Jahren waren arbeitslos. Das waren 1092 mehr als im Januar und 745 mehr als vor einem Jahr. Besonders betroffen ist der Stadtkreis Pforzheim mit einer Quote von 9,4 Prozent, für ganz Baden-Württemberg lag diese bei 4,4 Prozent.

Der Stadtkreis Pforzheim hatte im Februar mit einer Arbeitslosenquote von 10,3 Prozent auch diesmal wieder die rote Laterne. Spitzenwerte hatten mit 4,2 Prozent die Landkreise Biberach und Emmendingen.