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31.08.2010

Arbeitslosigkeit im Südwesten deutlich gestiegen

STUTTGART. Die Zahl der Arbeitslosen im Südwesten ist im August erstmals seit einem halben Jahr wieder deutlich nach oben geschnellt. Hauptgrund sei, dass im Sommer viele Ausbildungen in Betrieben und an berufsbildenden Schulen enden, sagte die Leiterin der Regionaldirektion Baden-Württemberg der Bundesagentur für Arbeit , Eva Strobel, am Dienstag in Stuttgart.

"Der saisonal bedingte Zuwachs dämpft im August die konjunkturelle Erholung." Insgesamt waren im August in Baden-Württemberg 276723 Menschen ohne Job, das sind 10836 (4,1 Prozent) mehr als im Juli. Die Quote legte um 0,2 Punkte auf 4,9 Prozent zu. Damit kletterte der Wert zum ersten Mal seit Februar 2010 wieder. Im Vergleich zum August 2009 fiel der Anstieg aber spürbar geringer aus. Damals waren 31076 mehr Menschen ohne Job als im August 2010.

Die Quote hatte bei 5,5 Prozent gelegen. Auch in diesem Jahr schnellte im August wegen des Endes zahlreicher Ausbildungen vor allem die Jugendarbeitslosigkeit hoch. Insgesamt waren 32397 junge Frauen und Männer, die jünger als 25 Jahre alt sind, ohne Job. Das sind knapp ein Viertel mehr als im Juli. Die Quote stieg um fast einen Prozentpunkt auf 4,8 Prozent. Vor einem Jahr hatte sich diese saisonbedingte Entwicklung aber noch deutlich schlimmer ausgewirkt: Im August 2009 hatte der Wert bei 6,1 Prozent gelegen.

"Die nächsten Wochen werden zeigen, wie gut es uns gelingt, vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung und des zunehmenden Fachkräftebedarfs gut ausgebildete Menschen in Arbeit und junge Menschen in Ausbildung zu bringen", sagte Strobel. Ministerpräsident Stefan Mappus und Arbeitsministerin Monika Stolz (beide CDU ) zeigten sich überzeugt, dass nach der Sommerflaute wieder positivere Nachrichten vom Arbeitsmarkt kommen werden. "Das ist sicherlich nur eine sommerliche Verschnaufpause", teilte die beiden Politiker in Stuttgart mit.

"Die Wirtschaft im Land wächst im Rekordtempo und ist auf einem sehr guten Weg zurück zu alter Stärke." Wirtschaftsminister Ernst Pfister (FDP ) sagte, die Entwicklung zeige, dass die Erholung auf dem Arbeitsmarkt kein Selbstläufer sei. Insgesamt zeige die Nachfrage nach Arbeitskräften aber in die richtige Richtung. "Die Betriebe signalisieren Einstellungsbedarf." Die Zahl der gemeldeten Stellen habe im August im Vergleich zum Vormonat noch einmal um 2657 zugelegt, sagte Behördenchefin Eva Strobel.

Derzeit sind 58317 Jobs unbesetzt, 92 Prozent davon sind ab sofort zu haben. Insgesamt arbeiteten im August in Baden-Württemberg 3,88 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. Dass die Auslastung in vielen Betrieben zunehmend besser werde, zeige auch die stark schrumpfende Zahl von Kurzarbeitern, teilte die Behörde mit. Von Januar bis Juli meldeten etwa 4200 Betriebe für rund 57000 Beschäftigte Kurzarbeit an. Im Vorjahreszeitraum waren es noch 20300 Betriebe für 546000 Mitarbeiter.