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29.05.2011

«Atomkraft Schluss!»: 15.000 Demonstranten im Land

FREIBURG/MANNHEIM/ULM. Tausende Atomkraftgegner haben am Samstag in Baden-Württemberg für ein schnelles Abschalten aller deutscher Kernkraftwerke demonstriert. Unter dem Motto «Atomkraft Schluss!» gingen in Freiburg, Mannheim und Ulm rund 15 000 Menschen auf die Straßen.

Nach Angaben der Polizei blieben die Proteste überall friedlich. «Das ist eher ein großes Familienfest», sagte ein Polizeisprecher in Mannheim. Bundesweit beteiligten sich nach Veranstalterangaben 160 000 Menschen an den Protesten in 21 Städten. Aufgerufen dazu hatten Umweltschutzinitiativen, Gewerkschaften und Parteien. Immer wieder skandierten die Atomkraftgegner «Abschalten! Abschalten!» und erinnerten an die Reaktorkatastrophe im japanischen Fukushima.

Die größte Kundgebung im Land gab es in Freiburg. Die Veranstalter sprachen von 10 000 Teilnehmern, die Polizei ging von 5000 bis 7000 Menschen aus. Der Protest richtete sich dort vor allem gegen das Atomkraftwerk im französischen Fessenheim direkt an der deutschen Grenze. In Mannheim kamen nach übereinstimmenden Angaben von Polizei und Veranstalter rund 4000 Menschen zusammen. Von Ulm und dem bayerischen Neu-Ulm aus zogen Protestzüge auf den Ulmer Münsterplatz, wo nach Angaben der Organisatoren 4000 Menschen zusammenkamen, die Polizei nannte keine Zahl.

Grünen-Landeschef Chris Kühn lobte die Aktionen. «25 Jahre nach Tschernobyl hat uns Fukushima in dramatischer Art und Weise gezeigt: Das Restrisiko ist real. Die Gefahren und die damit verbundenen Folgen für Mensch und Umwelt sind erschreckende Wirklichkeit», teilte Kühn mit. Gleichzeitig forderte er, die Endlagerfrage für Atommüll endlich zu lösen. Dafür sei nun ein «bundesweites ergebnisoffenes Suchverfahren» nötig. dpa