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10.03.2011

Beziehungsdrama: Frau mit Auto angefahren und misshandelt

PHILIPPSBURG. Bei einem Beziehungsdrama in Philippsburg ist eine 30-jährige Frau nach Angaben der Polizei verletzt worden. Ihr Ehemann, von dem sie getrennt lebt, fuhr sie mit seinem PKW an und misshandelte sie auf der Straße. Er schlug nach Polizeiangaben mehrfach ihren Hinterkopf auf den Asphalt.

Unter dem dringenden Verdacht eines versuchten Tötungsdeliktes an seiner Ehefrau nahmen Beamte des Polizeireviers Philippsburg daraughin am Mittwochnachmittag einen 30 Jahre alten türkischstämmigen Mann fest. Der Festgenommene war auf der Polizeiwache erschienen, um einen von ihm verursachten Verkehrsunfall in der Zeughausstraße zu Protokoll zu geben.

Allerdings stellte sich rasch heraus, dass ein völlig anderer Sachverhalt zugrunde lag und die tatsächlichen Geschehnisse trauriger Höhepunkt eines Beziehungs- und Sorgerechtsstreites waren.

Nach dem derzeitigen Stand der Ermittlungen war das seit Monaten getrennt lebende Paar kurz vor 16 Uhr in der Philippsburger Post aufeinander getroffen, wo der Mann seine Frau zum wiederholten Male bedrohte. Als die Frau, die die gemeinsame 7 Jahre alte Tochter bei sich hatte, weggehen wollte, stieg der 30-Jährige ins Auto und fuhr mit hoher Geschwindigkeit auf die beiden zu.

Dabei gelang es der Frau, das Kind wegzuschubsen und auch selbst auszuweichen. Allerdings wurde ihr Fuß von einem Rad des Wagens überrollt. Der Ehemann, der in der Folge mit dem Pkw gegen ein parkendes Fahrzeug geprallt war, stieg nun aus und riss seine Frau zu Boden. In der Folge trat er sie und schlug unter weiteren Drohungen ihren Hinterkopf mehrfach auf den Asphalt.

Erst als ein hinzukommender Zeuge ihn von der am Boden Liegenden wegzog, ließ der 30-Jährige von seinem Tun ab. Er stieg in den Pkw, fuhr davon und meldete sich schließlich zusammen mit einem Verwandten auf der Polizeiwache.

Die junge Frau wurde in ein Krankenhaus eingeliefert, wo bei ihr Schürfungen und Prellungen festgestellt wurden. Glücklicherweise erwiesen sich diese als nicht schwerwiegend, so dass sie die Klinik nach ambulanter Behandlung wieder verlassen konnte.

Aufgrund des Ermittlungsstandes stellt die Staatsanwaltschaft Karlsruhe gegen den Festgenommenen Antrag auf Erlass eines Haftbefehls. Seine Vorführung vor dem zuständigen Richter ist für Donnerstagnachmittag vorgesehen.