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Befasst sich  mit den Problemen junger Leute: Michael Weiß (rechts) , stellvertretender Pädagogischer Leiter und Chef der Sonderein- richtungen im Heinrich-Wetzlar-Haus.  (Kreis Karlsruhe), unterhält sich mit einem Jugendlichen (Foto vom 15.10.2009). Die
Befasst sich mit den Problemen junger Leute: Michael Weiß (rechts) , stellvertretender Pädagogischer Leiter und Chef der Sonderein- richtungen im Heinrich-Wetzlar-Haus. (Kreis Karlsruhe), unterhält sich mit einem Jugendlichen (Foto vom 15.10.2009). Die Sonderreinrichtung bietet Hilfe für straffällig gewordene Jugendliche an. Anstatt Untersuchungshaft zu erfahren, werden mit den Jugendlichen neue persönliche und berufliche Perspektiven erarbeitet. Foto: Uli Deck dpa/lsw (zu lsw-Korr „Bolzplatz statt Untersuchungshaft“ vom 30.10.2009) +++(c) dpa - Bildfunk+++
© Deck, dpa

Bolzplatz statt Untersuchungshaft

Bevor Achmet von der Polizei verhaftet wurde, führte er jeden Tag einen erbitterten Kampf. Einen Kampf gegen seine Aggressionen, die ihn von früh morgens bis spät abends begleiteten. „Gewalt in meiner Familie und nur Misserfolge in der Schule – es gab so wenig Gutes in meinem Leben“, erklärt der 15- Jährige. „Und um meinen Frust loszuwerden, hab ich mich geprügelt, andere erpresst oder bestohlen.“ So habe er wenigstens für kurze Zeit seine Probleme vergessen können, beichtet Achmet. Doch vor wenigen Wochen kam ihm die Polizei auf die Schliche. Achmet wurde verhaftet. Statt in Untersuchungshaft sitzt er nun im Heinrich-Wetzlar-Haus in Stutensee bei Karlsruhe. Dort wartet er auf seinen Prozess.

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Neue Perspektiven aufzeigen

Erlebnispädagogik statt Gefängnis: Das Heinrich-Wetzlar-Haus, seit fast genau 25 Jahren eine geschlossene Jugendeinrichtung im Schloss Stutensee, bietet das Modellprojekt „Erziehungshilfe statt Untersuchungshaft“ an. Allein im vergangenen Jahr registrierte das baden-württembergische Justizministerium 68 700 jugendliche Tatverdächtige.

„Ziel unseres Projektes ist es, wenigstens einem Teil dieser straffälligen Jugendlichen die belastenden Bedingungen der Untersuchungshaft zu ersparen“, sagt der Leiter Michael Weiß. „Mit Gesprächen, Sport oder schulischer Unterstützung zeigen wir ihnen neue Perspektiven auf.“ Maximal 15 Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren – darunter zwölf aus Baden-Württemberg und drei aus Rheinland-Pfalz – können im Haus zeitgleich und für durchschnittlich vier Monate von Pädagogen betreut werden, erläutert Weiß. Wer letztlich einen der begehrten Plätze bei ihnen erhalte, entscheiden unter anderem der Jugendrichter und ein Gespräch mit den Leitern des Heinrich-Wetzlar-Hauses. „Wir machen dabei den jungen Männern bewusst, dass sie auch bei uns nicht nur Freizeit haben, sondern auch einen strukturierten Tagesablauf mit Schule oder Arbeit in der Werkstatt“, sagt Weiß. Außerdem gebe es strenge Regeln, die das Miteinander regeln. „Sonst kann ein gemeinsames Zusammenleben nicht funktionieren“, erklärt der Experte.

Bolzplatz statt U-Haft – ist das aber wirklich der richtige Weg, um straffällige Jugendliche zu disziplinieren? „Ich halte diesen Ansatz für sehr sinnvoll“, sagt Robert Sauer von der Einrichtung Neustart, die ehrenamtlich Bewährungshilfe anbietet. Durch Erlebnispädagogik erhielten Erwachsene leichter einen Zugang zu den jungen Menschen und könnten ihnen so eher dabei helfen, Stärken zu entdecken und Selbstbewusstsein zu tanken.

Denn viele junge Straftäter haben mit Perspektivlosigkeit und zerrüttenden Strukturen in ihrer Familie zu kämpfen. Miriam Steinbach, dpa

30.10.2009
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