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11.04.2011

Brandanschlag auf Ausländer - Mögliche Täter auf freiem Fuß

WINTERBACH. Nach einen Brandanschlag auf fünf Ausländer in Winterbach (Rems-Murr-Kreis) am Sonntag sind 14 Verdächtige zunächst wieder auf freiem Fuß. «Man kann ihnen noch keine konkrete Tatbeteiligung nachweisen», sagte ein Polizeisprecher am Montag der Nachrichtenagentur dpa. Es werde weiter ermittelt, Zeugen befragt und Spuren ausgewertet.

Die Verdächtigen sollen einer Gruppe des rechten Spektrums angehören. Zwischen den Rechtsradikalen und neun Ausländern - drei Italienern und sechs Türken - soll es am frühen Sonntagmorgen nach Partys zu einem Streit gekommen sein. Als dieser ausuferte, flüchteten sich fünf Ausländer in die Gartenhütte und verbarrikadierten sich. Die Angreifer zündeten dann die Hütte an.

Womit sie das taten, sei noch nicht klar, sagte der Polizeisprecher. Die Ausländer retteten sich rechtzeitig ins Freie. Es deutet nach Polizeiangaben nichts darauf hin, dass sie am Verlassen der Hütte gehindert wurden. Auf der Flucht wurde einer der Männer von drei Tätern zusammengeschlagen und verletzt. Ein weiterer zog sich auf der Flucht ebenfalls leichte Verletzungen zu.

Winterbach war Ende der 1990er Jahre bereits Sammelpunkt für Rechtsradikale. Damals trafen sich wiederholt mehr als 100 Skinheads in dem Ort, bis die Polizei dem ein Ende machte. In anderen Orten des Rems-Murr-Kreises gab es früher bereits politisch motivierte Straftaten, etwa Brandanschläge auf ein Asylbewerberheim in Waiblingen (2001) und ein türkisches Vereinsheim in Murrhardt (2003). Als Reaktion auf die wachsende Fremdenfeindlichkeit hat die Polizeidirektion Waiblingen eine Koordinierungsstelle Rechtsextremismus eingerichtet.

Von 2006 bis 2009 gingen die rechtsmotivierten Straftaten im Rems-Murr-Kreis nach Polizeiangaben von 91 auf 66 zurück, für 2010 war dann wieder ein Anstieg auf 76 zu verzeichnen. Meist handelt es sich dabei um den Gebrauch von Werbung und Symbolen verbotener Organisationen. Zweimal wurden Ausländer 2010 bei rechtsmotivierten Gewalttaten verletzt.