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12.05.2011

Chefs im Südwesten sind männlich und um die 50

STUTTGART. Um die 50, angestellt, deutsch und männlich - so sieht laut einer Studie der durchschnittliche Chef in Baden-Württemberg aus. Jeder fünfte Chef ist demnach eine Frau, womit das Land bundesweit auf dem neunten Platz liegt, wie die Commerzbank am Donnerstag mitteilte. Die Hälfte aller Führungskräfte ist zwischen 46 und 60 Jahre alt, auch hier gibt Baden-Württemberg im bundesweiten Schnitt wieder. Der Anteil der Ausländer und Deutsche mit ausländischen Wurzeln in Führungsteams beträgt nur neun Prozent.

Im Auftrag der Commerzbank waren bundesweit 4000 Eigentümer und Geschäftsführer befragt worden. 551 kamen aus Baden-Württemberg. In Betracht kamen Unternehmen ab einem Jahresumsatz von 2,5 Millionen Euro. Die Studie trägt den Titel «Frauen und Männer an der Spitze - so führt der deutsche Mittelstand» aus.

Jede zweite Führungskraft ist außerdem angestellt und besitzt keine eigenen Unternehmensanteile. Vor allem Chefs über 60 Jahre führen die Geschäfte allein. Je jünger die Führungskräfte sind, desto häufiger arbeiten sie in einem Führungsteam mit bis zu vier Personen. Der Frauenanteil von 19 Prozent in den baden-württembergischen Führungsetagen sei ausbaubar. «Wenn es den Firmen gelingt, den gut ausgebildeten Frauen während und nach der Familienzeit Perspektiven zu bieten, kann die Frauenquote im Mittelstand noch weiter steigen», so Klaus-Uwe Mühlenbruch, Vorsitzender der Geschäftsleitung Firmenkunden der Commerzbank in Stuttgart.

In 44 Prozent der Firmen gibt es deshalb Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Nur elf Prozent fördern Frauen gezielt. Ein Viertel der Chefs räumte zudem ein, zu autoritär zu sein. Für 41 Prozent ist die derzeitige Stelle die erste Führungsposition. Recht häufig wie der Führungsnachwuchs aus den eigenen Reihen rekrutiert: 84 Prozent der Chefetage war auch schon vorher in der Firma beschäftigt. dpa