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08.06.2010

Ermittler: Ex-Freundin von Jörg Kachelmann ist glaubhaft

MANNHEIM. Die Mannheimer Staatsanwaltschaft hat bestritten, voreilig Anklage gegen TV-Wettermoderator Jörg Kachelmann wegen Verdachts der Vergewaltigung erhoben zu haben. „Die Anklage steht und fällt mit der Aussage der ehemaligen Freundin Kachelmanns“, sagte ein Sprecher der Anklagebehörde am Dienstag - und diese sei glaubhaft gewesen.

Laut Medienberichten wirft ein Gutachten, das erst nach Anklageerhebung bei der Staatsanwaltschaft einging, Zweifel an der Glaubwürdigkeit der 37-Jährigen auf. Kachelmanns Anwalt Reinhard Birkenstock hatte daraufhin einen neuen Antrag auf Haftentlassung gestellt, über den das Landgericht Mannheim voraussichtlich kommende Woche entscheidet.

In dem Gutachten kommt die Bremer Psychologin Luise Greuel laut einem Berichts des Magazins „Der Spiegel“ zu dem Schluss, die Schilderung der Vergewaltigung erfülle „nicht die Mindestanforderungen an die logische Konsistenz, Detaillierung und Konstanz“. Das mutmaßliche Opfer könne die Tat selbst bei eingehender Befragung nur vage und oberflächlich wiedergeben.

Zweifel gibt es dem Bericht zufolge auch an den Blutspuren der Frau an einem Messer, das der 51-jährige Schweizer ihr bei der Tat an den Hals gehalten haben soll. Laut einem Bericht des Landeskriminalamts Baden-Württemberg war die Spur so winzig, dass sich nicht feststellen ließ, ob es sich um Blut der Frau handele oder um Tierblut, das möglicherweise mit Hautpartikeln von ihr vermischt war.

Deutschlands bekanntester Wettermann sitzt seit dem 20. März in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft hatte Mitte Mai Anklage gegen ihn wegen des Verdachts der Vergewaltigung in einem besonders schweren Fall und gefährlicher Körperverletzung erhoben. Die Ermittler werfen Kachelmann vor, Anfang Februar seine langjährige Freundin, die sich von ihm trennen wollte, in deren Wohnung in Schwetzingen vergewaltigt und mit einem Küchenmesser am Hals verletzt zu haben. Kachelmann bestreitet die Tat.