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18.04.2011

Ermittlungen nach tödlichem Unfall auf Spielplatz

Lindau/Kempten (dpa/lsw) - Rund sieben Monate nach einem tödlichen Unfall auf einem Waldspielplatz in Lindau wird gegen drei Männer wegen fahrlässiger Tötung ermittelt. Ein 14 Jahre alter Schüler aus Biberach war im September 2010 bei einem Klassenausflug von einem umstürzenden Baum erschlagen worden.

«Nach mehreren Gutachten besteht der Verdacht, dass beim Aufbau des Spielplatzes Fehler gemacht wurden», sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Kempten am Montag und bestätigte damit Medienberichte. Die drei Beschuldigten, gegen die ein Ermittlungsverfahren läuft, seien für die Errichtung, Abnahme und Kontrolle des Spielgerätes zuständig gewesen. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft werde in den nächsten Wochen entschieden, ob gegen die Männer Anklage erhoben wird.

Der 14-Jährige war mit 25 Mitschülern und zwei Lehrern zu einem mehrtägigen Schulausflug an den Bodensee gereist. Auf dem Waldspielplatz in Lindau war er gemeinsam mit Schulkameraden für ein Klassenfoto auf ein Klettergerüst gestiegen, das an drei Baumstämmen befestigt war. Einer der Bäume stürzte um und begrub den 14-Jährigen unter sich. Er wurde mit einem Schädel-Hirn-Trauma per Rettungshubschrauber ins Krankenhaus geflogen, wo er am Folgetag starb.