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Herausgeputzt für das G20-Treffen der Finanzminister: Vor dem Kurhaus in Baden-Baden wehen bunte Fahnen. Foto: dpa
Herausgeputzt für das G20-Treffen der Finanzminister: Vor dem Kurhaus in Baden-Baden wehen bunte Fahnen. Foto: dpa
20.03.2017

G20-Treffen: Feiertage für Hoteliers in Baden-Baden

Baden-Baden. Am Ende passt für die Stadt alles, nur das Wetter nicht. Zwei Tage lang taucht Baden-Baden in der Wahrnehmung der Welt auf. Und dann regnet es am zweiten Tag des G20-Treffens wie aus Kübeln. Oberbürgermeisterin Margret Mergen (CDU) hatte sich gewiss freundlichere Bilder erhofft, die das Image der traditionsreichen Stadt am Rande des Schwarzwaldes weltweit heben sollten. Zeitlich passt das Großereignis gut in die Bemühungen Baden-Badens, gemeinsam mit anderen großen europäischen Bäder-Städten in die Unesco-Welterbeliste aufgenommen zu werden.

Das Treffen der wichtigsten Finanzminister und Notenbankchefs wurde monatelang vorbereitet: Die Stadt ist herausgeputzt, das Kurhaus glänzt als stilvoller Tagungsort, Hunderte von Journalisten aus aller Welt finden beste Arbeitsbedingungen im Kongresshaus. Auch die Polizei, die mit einem Großaufgebot einschließlich berittener Streifen in der Stadt unterwegs ist, zeigt sich gelassen und freundlich. Rund 800.000 Euro hat die Stadt in das Treffen investiert. Auch die Gegner der G20-Politik nutzen das Treffen unter deutscher Präsidentschaft, um ihre Argumente vorzutragen. Sie berichten in Pressekonferenzen und mit bunten Aktionen in der Stadt darüber, welche negativen Folgen die Überschuldung von Staaten für die Menschen hat. Sie laufen verkleidet durch die Stadt und lassen große Ballons in den am Freitag noch wolkenarmen Himmel steigen.

Die Menschen in der Stadt verfolgen das zweitägige Spektakel mit einer Mischung aus Neugier und Desinteresse. In den meisten Teilen Baden-Badens geht das Leben seinen normalen Gang. Schwierig ist es vor allem für Geschäftsleute, deren Läden innerhalb der Sicherheitszone liegen. Feiertage haben dagegen die Hoteliers, ihre Häuser sind ausgebucht.

Roger Tschaffon beobachtet als zufälliger Passant das Treiben an der Polizeiabsperrung vor den Kurhauskolonaden. „Das ist auch Werbung für die Stadt“, sagt er. Einmal im Jahr so ein Wirbel sei wirklich kein Problem. „Die Welt blickt auf Baden-Baden“, ist er sicher.

Großes Lob gibt es am Ende von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU). „Alle haben sich hier wohl gefühlt“, sagt er in der Abschlusspressekonferenz.