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10.02.2011

Getöteter Bankräuber: Verfahren gegen Polizisten wird nicht wieder aufgenommen

KARLSRUHE. Die Ermittlungen gegen zwei Polizisten, die vor über einem Jahr in Nordbaden einen jungen Tankstellenräuber erschossen haben, werden nicht wieder aufgenommen. Dies entschied am Donnerstag das Oberlandesgericht (OLG) Karlsruhe.

Es wies damit die Beschwerde des Vaters des getöteten jungen Mannes ab. Die Polizeibeamten würden nach Ansicht der Richter nicht verurteilt werden. Der damals 19-Jährige aus Ludwigshafen war im Dezember 2009 bei einem Überfall auf eine Tankstelle in Leimen (Rhein-Neckar-Kreis) erschossen worden. Seine beiden Komplizen wurden 2010 vom Mannheimer Landgericht wegen gemeinschaftlichen schweren Raubes zu langen Haftstrafen verurteilt.

Nach Angaben des OLG war der Räuber mit einer Schreckschusspistole bewaffnet. Die Polizisten verfolgten ihn nach der Tat in eine Wohnstraße. Dort richtete der junge Mann nach Angaben der beiden Beamten seine Waffe auf sie, woraufhin sie beide mehrmals auf ihn schossen. Den jungen Mann trafen laut Obduktion zwei Schüsse in Oberschenkel und Oberkörper. Der letzte Schuss traf ihn tödlich in den Rücken. Die Polizisten blieben unverletzt.

Die Staatsanwaltschaft Heidelberg stellte das Ermittlungsverfahren gegen die beiden Beamten ein. Sie hatten nach Ansicht der Ermittler aus Notwehr geschossen. Dagegen wendete sich der Vater des jungen Mannes, doch die Generalstaatsanwaltschaft Karlsruhe wies dies zurück. Auch das Oberlandesgericht verwarf seine Beschwerde nun als unbegründet.

Gegen keinen der beiden Polizisten bestehe eine «Verurteilungswahrscheinlichkeit». Der Beamte, der den 19-Jährigen erschossen hatte, habe sich und seinen Kollegen in Lebensgefahr gesehen. Er habe nicht gewusst, dass es sich um eine Schreckschusspistole handelte - und die zudem noch defekt war. Die Entscheidung des Senats ist unanfechtbar. dpa