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01.02.2010

Goldtransport-Überfall: Trittbrettfahrer verhaftet

LUDWIGSBURG. Nachdem vier bislang unbekannte und als Steuerfahnder getarnte Täter am 15. Dezember 2009 auf der Autobahn A81 bei Ludwigsburg einen Goldtransport überfallen hatten und ihnen dabei Schmuck und Zahngold im Wert von 1,5 Millionen Euro in die Hände gefallen war, hat nun ein junger Mann versucht, als Trittbrettfahrer ans große Geld zu kommen. Die Polizei konnte den Betrug vereiteln und den Mann festnehmen.

Der Betrüger wollte die Berichterstattung in den Medien ausnützen und sich 100.000 Euro Bargeld ergaunern. Von einem Internetcafe in Freiburg aus hatte er sich unter falschem Namen per E-Mail an den geschädigten Firmeninhaber gewandt, Insiderkenntnisse vorgetäuscht und dabei erklärt, das geraubte Gold wieder beschaffen zu können. Für seine Dienste forderte der Tatverdächtige in Anlehnung an die ausgesetzte Belohnung 100.000 Euro.

Am vereinbarten Treffpunkt in Freiburg wurde der junge Mann von einem Mobilen Einsatzkommando der Polizei festgenommen. Er hatte zu keinem Zeitpunkt Kenntnis über den Verbleib des geraubten Goldes.Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Stuttgart hat der Haftrichter beim Amtsgericht Stuttgart gegen ihn Haftbefehl wegen versuchten Betruges erlassen.

Der Millionencoup auf der A81 war filmreif. Die vier als Polizeibeamte verkleideten Männer hatten eine Leuchtanzeige in ihrem Auto und die Aufschrift „Polizei“ auf ihrer schwarzen Kleidung. Sie gaben sich als Steuerfahnder aus. Sie leiteten den Goldtransporter auf eine Nebenstraße und erklärten das Fahrzeug für beschlagnahmt. Fahrer und Beifahrer glaubten ihnen zunächst. Erst als sie einige Kilometer weiter auf einer Kreisstraße gefesselt ausgesetzt wurden und die Täter mit dem Schmucktransport verschwanden, wurde den beiden die Tragweite des Geschehens klar.