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12.04.2010

Graffiti-Sprayer lassen sich kaum lenken

STUTTGART. Viele Städte versuchen, die Graffiti-Szene zumindest einigermaßen zu lenken. Fast überall gibt es deshalb Flächen, wo man sein Graffiti legal ansprühen kann. Aber solche Projekte sind alles andere als unumstritten.

„Es kann absolut kontraproduktiv sein, wenn man den Sprayern Flächen zum Üben zur Verfügung stellt“, sagt Ermittler Rüdiger Weiß von der Polizei in Tübingen. An solchen legalen Plätzen fehle den Sprayern oft der „Kick“ - und dann suchen sie sich illegale Flächen.

In Ulm ist dieses Thema in den vergangenen Wochen richtig hochgekocht. Die Volkshochschule hatte Graffiti-Sprayer an ihr Gebäude gelassen, weil das im Sommer ohnehin komplett renoviert wird. Und prompt sei im Umfeld die Zahl der illegalen Graffiti in die Höhe gegangen, beklagten Kritiker. Auch wenn belastbare Zahlen für diese Kritik fehlten, ließ Oberbürgermeister Ivo Gönner (SPD) die Aktion der Volkshochschule stoppen.

Generell sei Prävention in der Sprayer-Szene ein schwieriges Anliegen, sagt Volker Böhm von der Polizei in Mannheim. „Wenn man an Schulen geht und über Graffiti spricht, dann weckt man bei den Schülern eher das Interesse am Sprayen.“