Der baden-württembergische Wirtschafts- und Finanzminister Nils Schmid (SPD, rechts) und der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Bündnis 90/Die Grünen) sind sich bei der Bündnispolitik gegen oder für Stuttgart 21 nicht ganz einig.

dpa
Baden-Württemberg
Grün-Rote Querelen wegen Stuttgart 21

Stuttgart/Bühl. Die koalitionsinternen Querelen bei Grün-Rot wegen des Beitritts der Grünen zum Bündnis gegen Stuttgart 21 halten an. Auch SPD-Fraktionschef Claus Schmiedel ist verschnupft. «Die SPD-Fraktion nimmt höchstinteressiert zur Kenntnis, dass die Grünen in Baden-Württemberg aktiv die Kooperation mit den Linken suchen und der Ministerpräsident nichts dabei findet», sagte Schmiedel der Nachrichtenagentur dpa.

Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hat die Kritik des Koalitionspartners SPD an der Teilnahme der Grünen an einem Bündnis gegen Stuttgart 21 zurückgewiesen. Der Vorwurf von SPD-Landeschef Nils Schmid, es dürfe kein Parteienbündnis vor der Volksabstimmung geben, habe ihn überrascht. «Schon Aristoteles sagt: Staunen ist der Beginn allen Philosophierens», sagte Kretschmann am Dienstag nach der auswärtigen Kabinettssitzung im badischen Bühl (Kreis Rastatt).

Er könne nicht erkennen, warum es kritikwürdig sei, dass die Grünen mit der Linken im «Landesbündnis Ja zum Ausstieg» gemeinsame Sache machen. «Die Linke ist bekanntlich nicht im Parlament.»

Die ursprünglich angestrebte Kooperation zwischen SPD und der CDU-Opposition sei etwas anderes gewesen. Es gehe nicht, dass ein Koalitionspartner mit einer Oppositionspartei ein Bündnis schmiede. Die SPD-Landesvorstand hatte nach der Rüge Kretschmanns vor zwei Wochen entschieden, dass sich die Landespartei keinem Bündnis pro Stuttgart 21 anschließt. Schmid monierte am Montag, es sei gegen die Absprache, dass die Grünen in dem Landesbündnis mit der Linken kooperieren. dpa