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Ist der Ku-Klux-Klan ein weiteres Mosaiksteinchen bei der Suche nach dem Mörder der Polizistin Michèle Kiesewetter? Der Verdacht steht im Raum, dass zwei Polizisten aus dem Südwesten (Symbolbild) Kontakt zu dem Geheimbund hatten - und dem möderischen NSU-Trio womöglich Tipps gaben. © Symbolbild: dpa
01.08.2012

Ist Ku-Klux-Klan in Polizistinnenmord verwickelt?

Der ehemalige Zugführer der 2007 erschossenen Polizistin Michèle Kiesewetter bestreitet Vorwürfe, er sei Mitglied des Ku-Klux-Klans gewesen und habe Tipps an das mörderische NSU-Trio gegeben. Die Bundesanwaltschaft hatte vor kurzem betont, die Morde an der jungen Polizistin in Heilbronn sowie an neun Migranten sei ausschließlich den drei Mitgliedern der Zwickauer Terrorzelle NSU zuzurechnen.

Bildergalerie: Polizisten waren Mitglieder im rassistischen Geheimbund

«Das alles hat mit meiner Person rein gar nichts zu tun», sagte der Ex-Zugführer am Mittwoch auf Anfrage der «Heilbronner Stimme». Es handle sich um eine Verwechslung. Näheres wollte der 42-Jährige nicht sagen. 

Zwei baden-württembergische Polizisten waren Mitglieder einer Ku-Klux-Klan-Sektion mit Sitz in Schwäbisch Hall. Ermittlungen rund um den Mord an ihrer Kollegin Michèle Kiesewetter hätten die dubiose Nähe der beiden Bereitschaftspolizisten aus Böblingen zum rassistischen Geheimbund aufgedeckt, bestätigte ein Sprecher des Innenministeriums am Mittwoch in Stuttgart.

Die junge Beamtin war 2007 in Heilbronn erschossen worden. Die Bundesanwaltschaft erklärte am Mittwoch auf Anfrage erneut, der Mord lasse sich ausschließlich den drei Mitgliedern der Zwickauer Neonazi-Terrorzelle NSU zurechnen. Es gebe keine Hinweise, dass sich andere an dem Mordanschlag beteiligt hätten.

Die beiden Polizisten gehörten nach Angaben des Innenministeriums kurzzeitig der Gruppierung «European White Knights of KKK» an. Auf die beiden Beamten wurden die Ermittler aufmerksam bei einer Durchsuchung des Vorsitzenden der «White Knights» in Schwäbisch Hall im Jahr 2003, teilte der Sprecher von Innenminister Reinhold Gall (SPD) mit.

Aus dem dort gefundenen Material habe sich ergeben, dass ein Beamter 2002 ein halbes Jahr, der andere kürzer dem Geheimbund angehört habe. Sie seien aus eigenem Antrieb wieder ausgetreten. Die Beamten hätten disziplinarrechtliche Folgen zu tragen gehabt, sagte der Sprecher, ohne konkret zu werden. Sie seien aber noch im Dienst. dpa

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