In Ulm sind nach früheren Betriebsratsangaben etwa 670 der rund 1100 Jobs bei einem der größten Arbeitgeber der Stadt gefährdet.
In Ulm sind nach früheren Betriebsratsangaben etwa 670 der rund 1100 Jobs bei einem der größten Arbeitgeber der Stadt gefährdet. © dpa

Iveco schließt zwei Werke: 900 Jobs in Gefahr

Der zum Fiat-Konzern gehörende Lastwagenbauer Iveco hat bekräftigt, die Lkw-Produktion in seinem Ulmer Werk zu schließen. Wie ein Sprecher von Iveco Deutschland am Montag sagte, solle in Ulm dafür ein Kompetenz-Zentrum für Brandschutzfahrzeuge entstehen. In Zusammenhang damit würden die beiden anderen deutschen Iveco-Standorte in Weisweil (Kreis Emmendingen) und Görlitz (Sachsen) geschlossen.

Dort seien rund 200 (Weisweil) und 20 Stellen (Görlitz) betroffen. In Ulm sind nach früheren Betriebsratsangaben etwa 670 der rund 1100 Jobs bei einem der größten Arbeitgeber der Stadt gefährdet. Iveco-Sprecher Manfred Kuchlmayr wollte dies nicht bestätigen. «Darüber wird noch verhandelt», sagte er. Die Lastwagenproduktion aus Ulm soll nach Madrid verlagert werden.

Iveco-Chef Alfredo Altavilla hatte am Sonntagabend in Turin gesagt, dass neben den deutschen Werken noch Iveco-Fabriken in Chambéry (Frankreich) und dem österreichischen Graz von den Schließungsplänen betroffen seien. Die angestrebten Umstrukturierungen werden nach einem Bericht der Turiner Zeitung «La Stampa» am Montag europaweit insgesamt 1075 Beschäftigte treffen. Der Nutzfahrzeughersteller setzt damit seine Rationalisierungen in Europa fort. Zuvor waren die Bus-Werke im italienischen Avellino und im spanischen Barcelona geschlossen worden.

«Diese Schließungen sind schmerzhaft, aber sie dienen dazu, das Unternehmen in seiner Gesamtheit zu stärken», sagte Altavilla. «Wir haben aber bei den Investitionen nicht gekürzt, wenn die Märkte sich wieder erholen, sind auch wir wieder bereit.»