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12.08.2011

Karlsruher Pharmafirma soll Ärzte geschmiert haben

Karlsruhe (dpa/lsw) - Eine Karlsruher Pharmafirma soll mit 31 Ärzten fingierte Beraterverträge abgeschlossen haben, damit die Mediziner bevorzugt die Medikamente des Unternehmens verschreiben. Einen entsprechenden Bericht der «Badischen Neuesten Nachrichten» (BNN) bestätigte am Freitag die Staatsanwaltschaft Karlsruhe.

Gegen zwei «Funktionsträger» des auf Import und Vertrieb von Arzneimitteln spezialisierten Unternehmens wurde Anklage wegen des Verdachts der Vorteilsgewährung erhoben, gegen einen Karlsruher Kassenarzt wegen Vorteilsannahme. Zwischen Juli 2006 und Februar 2007 sollen insgesamt 32 000 Euro geflossen sein. Laut Staatsanwaltschaft ging es der Pharmafirma nicht um Beratung; sie habe mit dem Geld Einfluss nehmen wollen auf die Verordnung der Medikamente durch die Ärzte.

Die Staatsanwaltschaft hat nur einen Karlsruher Arzt angeklagt, weil die Wohnorte der anderen Mediziner außerhalb ihrer Zuständigkeit liegen. Dort müssen die jeweils zuständigen Staatsanwaltschaften selbst tätig werden. Geschädigt wurden nach BNN-Recherchen vor allem die gesetzlichen Krankenkassen, weil preisgünstigere Konkurrenzprodukte nicht zum Zuge kamen.