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Auf die Plätze...:  Center-Leiterin Isabell Stolte (links) gibt den „little giants“ grünes Licht für den Fahrrad-Parcours.
Auf die Plätze...: Center-Leiterin Isabell Stolte (links) gibt den „little giants“ grünes Licht für den Fahrrad-Parcours.
© Bäuerlein

Kleine Giganten mit besten Chancen

STUTTGART. Ein mehrstöckiger Bau am Charlottenplatz, direkt im Herz der City. Hauptstraße und Kreuzung vorne, hinten ein ruhiger grüner Innenhof. Alles ganz normal hier. Kindergarten und Kinderkrippe eben. Viel Platz, Farbe und Bilder an den Wänden, Kreativecken, Turnraum, Ruhezonen, Spielsachen. Lachen, Weinen, Erzieherinnen, die sich um die Kinder kümmern. Deutsche und englische Wortfetzen klingen durch die Räume. Mit manchen Betreuerinnen plappern die Kinder auf Englisch, mit manchen deutsch, untereinander so, wie es gerade kommt. Also doch nicht so ganz alltäglich?

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Die Kinder sind die „little giants“, die „kleinen Riesen“. So heißt die private Kindertagesstätte, die Krippe und Kindergarten unter einem Dach vereint und neben zweisprachiger Betreuung auch lange Öffnungszeiten und gezielte frühpädagogische Förderung anbietet. In Deutschland noch die absolute Ausnahme – im Ausland aber oft schon Standard.

Peter und Jelena Wahler, Gründer und Geschäftsführer der KiTa-GmbH „Giant Leaps“, konnten und wollten nicht darauf warten, bis die ideologischen Barrieren bei der Kleinkindbetreuung hierzulande durchstoßen sind. Der Ingenieur und die Unternehmensberaterin suchten 2004 nach ihrer Rückkehr aus den USA in Stuttgart für ihren Sohn einen Kinderkrippenplatz, wie sie ihn aus den USA kannten: Keine Betreuungs-, sondern eine Bildungseinrichtung mit kleinen Gruppen, berufsgerechten Öffnungszeiten und intensiver Frühförderung. Fehlanzeige. „Deutschland ist 30 Jahre zurück“, sagt Wahler.

Freunde in der gleichen Situation bestärkten das Paar, und so kamen zur Idee Marktanalyse und Geschäftsplan. Im September 2006 eröffneten die Eltern von zwei Kindern mitten in der Stuttgarter City das erste „Little Giants Early Learning Center“.

Dass das Ganze seinen Preis hat – rund 1000 im Monat kostet bei den „Giants“ in Stuttgart ein Krippenplatz von 7 bis 18.30 Uhr – , tut dem Erfolg keinen Abbruch. Inzwischen sind zu den Anfangs 30 Krippenplätzen für unter Dreijährige zwei Kindergarten-Gruppen mit je 16 Plätzen dazugekommen. Von dem Betreuungsschlüssel können Mitarbeiter kommunaler Einrichtungen nur träumen: In der Krippe 1:3 oder 1:4; im Kindergarten 1:8; drei der Mitarbeiterinnen haben Englisch als Muttersprache, und alle haben sie eine spezielle frühpädagogische Ausbildung, wie sie in Deutschland nicht zum Ausbildungsbild von Erziehern gehört und noch kaum angeboten wird.

„Ich würde nicht in einem anderen Kindergarten arbeiten“, sagt Erzieherin und Sozialpädagogin Isabell Stolte, 31, Leiterin des Stuttgarter Centers. „Ich möchte mit Kindern kreativ arbeiten, statt nur aufzupassen, dass nichts passiert.“ Bei den „Giants“ heißt das vor allem, den Kindern ständig Angebote zu machen, Neugier zu wecken und Interessen gezielt zu fördern. Es gibt keine offenen Gruppen, die Freispielzeit ist stark begrenzt, die Kindergarten-Kinder sind ständig auf Achse.

„Zweisprachigkeit und Öffnungszeiten waren für mich entscheidend“, sagt Jennifer Maxa (32), berufstätige alleinerziehende Mutter, die ihren 14 Monate alten Sohn Leon seit ein paar Tagen zu den „Giants“ bringt und dafür fast 80 Kilometer hin- und herfähr. „Ich bin oft im Ausland und finde es wichtig, dass Leon möglichst früh Englisch lernt“.

www.littlegiants.de

 

Autor: Ulrike Bäuerlein

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