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12.05.2011

Kopfschuss: Familienvater wandert lebenslang hinter Gitter

STUTTGART. Wegen Mordes an seiner Ehefrau muss ein Familienvater lebenslang hinter Gitter. Das Stuttgarter Landgericht sah es in seinem Urteil am Donnerstag als erwiesen an, dass der 44-Jährige seine 38 Jahre alte Frau aus unbegründeter Eifersucht mit einem gezielten Kopfschuss getötet hat.

«Er wollte sie töten, weil er ihr ein eingeständiges Leben nicht mehr zugestanden hat», sagte die Vorsitzende Richterin in der Begründung. Der Eifersucht des Mannes habe in den Wochen vor der Tat teils obskure Züge angenommen. Um seine Frau mit einem Nebenbuhler zu erwischen, habe er sich unter dem Bett der Töchter versteckt oder versucht, seine Frau mit einem Handy abzuhören.

Nach dem Mord sei er außerdem in die Wohnung der Nachbarn gestürmt, weil er einen ihrer Söhne als Liebhaber seiner Frau verdächtigte. Die Richter folgten mit dem Urteil dem Plädoyer der Staatsanwaltschaft. Die Verteidigung hatte den Mord aus Heimtücke zwar eingeräumt - dennoch aber eine Freiheitsstrafe zwischen drei und 15 Jahren gefordert wegen verminderter Schuldfähigkeit.

Die 16-jährige Tochter hatte die Tat im November mit angesehen und in dem Verfahren gegen ihren Vater ausgesagt. Dieser hatte im Prozess behauptet, es habe sich ein Schuss gelöst, weil seine Tochter ihm am Arm berührt hatte. Die Vorsitzende Richterin hielt dies für falsch und kritisierte, mit dieser Behauptung habe er seiner Tochter eine schwere Belastung mit auf den Lebensweg gegeben. dpa