

STUTTGART. Drei Monate nach dem Amoklauf von Winnenden reichen Justizminister Ulrich Goll die bisherigen Verschärfungen des Waffenrechts nicht aus. Der FDP-Minister fordert eine neue Debatte über großkalibrige Waffen.
Außerdem unterstützt er die Forderung von Angehörigen der Opfer, Waffen über biometrische Daten zu sichern. Dies könne über kurz oder lang technisch realisiert werden und sollte dann auch verpflichtend sein, sagte Goll der Deutschen Presse-Agentur dpa. Die Bundesregierung hatte vor zwei Wochen beschlossen, dass Jugendliche nicht mehr mit Großkalibern schießen dürfen. Goll bezeichnet dies als einen „Schritt in die richtige Richtung“.
Es gehe darum, Maßnahmen zu finden, die möglichst viel bewirkten, gleichzeitig aber maßvoll blieben, meinte Goll. Zwar sei es ein erster Schritt, dass Jugendliche unter 18 Jahren künftig nicht mehr mit großkalibrigen Waffen schießen dürften. „Ich hätte mir aber auch eine noch weitergehende Debatte darüber vorstellen können, inwieweit großkalibrige Waffen für sportliche Wettkämpfe wirklich benötigt werden.“ Auch das Aktionsbündnis Amoklauf Winnenden, in dem sich Angehörige der Opfer seit der Bluttat engagieren, forderte Nachbesserungen. Dafür will das Bündnis am Montag in Berlin kämpfen, wenn sich der Innenausschuss des Bundestages mit der Verschärfung des Waffenrechts auseinandersetzt. Großkalibrige Waffen sollten zum Beispiel nicht von Menschen unter 21 Jahren benutzt werden dürfen, meinte Gisela Mayer, die Sprecherin des Bündnisses.
Ihre Tochter Nina (24) war eine der drei Lehrerinnen, die am 11. März von Amokläufer Tim K. erschossen wurden. Außerdem liegt dem Bündnis die stärkere Kontrolle der Waffenbesitzer am Herzen.
Nach Ansicht des Ministers ist die Amnestieregelung zur Abgabe legaler Waffen ein Erfolg. Die Zahl der Waffenbesitzer sei beispielsweise im Rems-Murr-Kreis – dem Kreis der Bluttat – von 3498 auf 2682 gesunken.„Mit einer Amnestie erreichen wir zusätzlich die Besitzer illegaler Waffen“, versicherte Goll Tim K. hatte mit der Waffe seines Vaters 15 Menschen und sich selbst getötet. lsw





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