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20.05.2011

Ministerin: Gymnasiallehrer auch in PH ausbilden

STUTTGART. Gymnasiallehrer sollen künftig nicht mehr nur an den Universitäten, sondern auch an Pädagogischen Hochschulen ausgebildet werden. Dies hat die neue baden-württembergische Wissenschaftsministerin Theresia Bauer (Grüne) angekündigt. «Didaktische und diagnostischen Fragen müssen auch in der Gymnasiallehrerausbildung eine größere Rolle spielen», sagte sie in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. Die Umstellung werde auch Folgen für die Besoldung der Lehrer haben.  

Derzeit werden Gymnasiallehrer wegen ihres Universitätsstudiums am besten bezahlt. Dagegen betonte Bauer: «Aus der Art der Hochschule, an der ein Studium absolviert wurde, ist keine bestimmte Besoldungshöhe abzuleiten. Der Lehrerberuf ist über alle Schularten hochanerkannt, sehr verantwortungsvoll und anstrengend.» Es gehe ihr nicht um eine Angleichung nach unten, sondern darum, die schlechter gestellten Besoldungsgruppen «in vertretbarem Maße» anzuheben - was Lehrerverbände schon seit langem fordern. «Wir müssen schon darüber reden, was uns gute Lehrer wert sind.»

Nach dem Willen der Ministerin soll die Schulpraxis stärker Eingang halten in die Gymnasiallehrerausbildung: «Die Studierenden für das gymnasiale Lehramt schnuppern mir zu wenig in den Schulalltag hinein. Wir können kein Interesse daran haben, dass ein junger Mensch erst ein Studium durchläuft und dann feststellt, dass er nicht gerne mit Kindern umgeht.» Zu überlegen sei, das Praxissemester zu verlängern oder während des Studiums einzelne «Schultage» einzubauen.