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07.04.2010

Mit Messer bedroht, Geldbeutel weg: Straftat frei erfunden

MARBACH. Wahrheit und Dichtung liegen manchmal nah beieinander. Das gilt besonders für einen Polizeifall in Marbach, der Geburtsstadt des großen deutschen Dichters Friedrich Schiller. Dort nämlich hat sich ein 23-Jähriger einen Überfall zusammen gedichtet. Mit allem, was dazu gehört: Bedrohung durch vier Männer, mit Messer, nachts in der Unterführung, Geldbeutel weg. Und all das: frei erfunden.

Bereits am 6. März ging die Anzeige bei der Polizei ein. Der 23-Jährige gab an, dass er um 6.15 Uhr in der Fußgängerunterführung im Bahnhofsbereich überfallen und beraubt worden sei. Einer der Täter hätte ihn dabei mit einem Messer bedroht und seinen Geldbeutel gefordert. Insgesamt sollte es sich um vier männliche Täter gehandelt haben, von denen er auch eine Personenbeschreibung angab.

In den polizeilichen Vernehmungen kamen zwischenzeitlich Zweifel am Wahrheitsgehalt der Tatschilderung auf und auch dessen Freund, der ihn bis kurz vor der angeblichen Tatzeit begleitete, hatte von dem Raub nichts mitbekommen. Als der 23-Jährige nun erneut von der Polizei vernommen wurde, räumte er das Vortäuschen der Straftat ein.

Angeblich hatte er auf Grund seiner Alkoholisierung den Geldbeutel verloren. Warum er die Anzeige erstattete, konnte der 23-Jährige nicht erklären. rth/pol