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06.05.2011

Motorrad von Buback-Mord reif für's Museum?

STUTTGART. Das Motorrad, von dem aus RAF-Terroristen 1977 Generalbundesanwalt Siegfried Buback erschossen, könnte bald ins Museum kommen. Der Eigentümer der Suzuki sagte am Freitag, er würde das Motorrad dem Haus der Geschichte in Stuttgart zur Verfügung stellen.

Der 51-Jährige hatte das Motorrad 1982 erworben, nachdem es nicht mehr als Beweismittel benötigt wurde. Nun wurde er als Zeuge im Prozess gegen die ehemalige RAF-Terroristin Verena Becker vernommen, die als mögliche Mittäterin des Attentats auf Buback angeklagt ist.

Ihm sei damals klar gewesen, dass es sich um das «Tatmotorrad» handele, sagte der Zeuge. «Wir hatten sie "Buback" genannt.» Mehr als 20 Jahre lang sei er mit der Maschine kreuz und quer durch Europa gefahren. Der Vorsitzende Richter Hermann Wieland schlug vor, er könne das Motorrad dem Haus der Geschichte zur Verfügung stellen. Dort ist für 2013 eine Ausstellung zur «Roten Armee Fraktion» geplant. Hiermit war der Zeuge grundsätzlich einverstanden.

Der Zeuge nannte aber auch ein Detail, das für den Ablauf des Mordanschlags von Bedeutung sein könnte: Enge Kurven zu fahren, sei mit der Suzuki äußerst schwierig - vor allem, wenn noch ein Beifahrer darauf sitzt. Dies könnte gegen die Glaubhaftigkeit einer Zeugin sprechen, die eine Frau auf dem Rücksitz gesehen haben will. Sie hatte geschildert, die Attentäter hätten den Dienstwagen Bubacks mit dem Motorrad umrundet.

Der Vorsitzende Richter sagte, man wolle gegebenenfalls noch einen Fahrversuch machen. Nebenkläger Michael Buback glaubt, Verena Becker selbst habe seinen Vater erschossen. Die 58-Jährige ist aber nur als Mittäterin wegen ihrer Rolle bei der Planung und Organisation des Attentats angeklagt. dpa