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24.10.2011

Nürtingen behält alten OB - 32 Prozent für Internet-Kandidatin

Nürtingen. Die Stadt Nürtingen behält ihren jetzigen Oberbürgermeister: Amtsinhaber Otmar Heirich (SPD) errang am Sonntag im zweiten Wahlgang 49,6 Prozent der Stimmen. Seine Internet-Konkurrentin wider Willen, Bürgermeisterin Claudia Grau (parteilos), kam auf 32 Prozent. Damit ist eine kuriose Posse zu Ende: Grau war gegen ihren Willen von Sympathisanten via Internet auf das Schild gehoben worden.

In sozialen Netzwerken wie Google+ und Facebook, beim Kurznachrichtendienst Twitter oder per E-Mail-Kette waren die Wähler aufgerufen worden, Grau nachträglich auf den Stimmzettel zu schreiben. Sie hatte zuvor erklärt, dass sie nicht zur Wahl stehe und mit der Kampagne im Netz nichts zu tun habe. Die Bürgermeisterin betonte stets, sie wolle nicht gegen ihren Chef antreten.

Bei der ersten Runde der OB-Wahl am 9. Oktober hatte Grau rund 6 Prozent erreicht. Der 60-jährige Amtsinhaber hatte damals mit rund 40 Prozent zwar die weitaus meisten Stimmen bekommen, aber die nötige absolute Mehrheit klar verpasst.

Heirich zeigte sich am Sonntag sichtlich erleichtert: «Ich freue mich über den Sieg der Vernunft und der Kompetenz.» Zuvor hatte er hinter der aus seiner Sicht für ihn «höchst befremdlichen» und «undemokratischen» Internet-Aktion Leute «aus der links-alternativen Ecke» vermutet, die ihren Spaß haben wollten. Zu Claudia Grau habe er ein hervorragendes Verhältnis, hatte er vor der Wahl betont.

Insgesamt beteiligten sich 42,7 Prozent der 29.000 Wahlberechtigten an der Entscheidung. Die zweite Amtszeit von Heirich beginnt am 9. Januar 2012. dpa