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27.04.2011

SPD-Generalsekretär: Biberach ungeeignet für Endlager

Ulm/Singen (dpa/lsw) - Baden-Württembergs SPD-Generalsekretär Peter Friedrich hält ein atomares Endlager im Landkreis Biberach für unwahrscheinlich. Das bereits mehrfach diskutierte Tongestein bei Riedlingen könne er wegen des Trinkwasseraufkommens und der Geologie „nahezu ausschließen“, sagte Friedrich am Mittwoch im Südwestrundfunk (SWR). Grundsätzlich sei es richtig, dass künftig bundesweit nach wissenschaftlichen Kriterien vorgegangen werde, um nach geeigneten Standorten zu forschen. Der SPD-Politiker gehört als Bundestagsabgeordneter einer Kommission an, die die Suche nach einem Atommüll-Endlager in der Schweiz begleitet.

Der Raum Ulm/Riedlingen wird neben dem Landkreis Konstanz als möglicher Standort für ein Endlager im Südwesten diskutiert. Nach einer Studie der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe könnten die dortigen Tongesteinsformationen als Standort infrage kommen. Umweltministerin Tanja Gönner (CDU) hatte dem jedoch widersprochen und auf eine Studie des Landesamtes für Geologie verwiesen. Diese sah Hindernisse in der geringen Dicke des Gesteins und im Grundwasservorkommen.

Gegenwind gegen den angedachten Standort im Kreis Konstanz gibt es derweil aus Singen. „Ich kann es absolut nicht verstehen, wie man überhaupt auf die Idee für ein Atom-Endlager in der Erdbebenzone 2 kommt“, sagte Bernd Häusler, Erster Bürgermeister der Stadt, laut Mitteilung vom Mittwoch. Singen und der Hegau lägen in der zweithöchsten Erdbebenzone. Die Stadt müsse deshalb bei allen Neubauten besondere Standards erfüllen. Es sei völlig unverständlich, warum grade dieses Gebiet für ein Atom-Endlager infrage kommen solle.

Am Sonntag hatte der designierte Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) in einem Zeitungsinterview erklärt, auch im Südwesten solle nach einem Endlager gesucht werden. Bislang hatten sich vor allem die süddeutschen Länder Bayern und Baden-Württemberg geweigert, über einen Endlagerstandort bei sich auch nur nachzudenken. Erst müsse der Standort Gorleben in Niedersachsen abschließend erkundet sein, hatte Umweltministerin Tanja Gönner (CDU) betont.