26. August 2010
Den Traum vom eigenen Haus  hat sich Kurt Gminder auf seine Art erfüllt – es besteht aus unbearbeiteten Holzstämmen und wiederverwerteten Abbruchmaterialienen.
Den Traum vom eigenen Haus hat sich Kurt Gminder auf seine Art erfüllt – es besteht aus unbearbeiteten Holzstämmen und wiederverwerteten Abbruchmaterialienen.
© Puchner

Schöner wohnen in einem Haus aus Abfall

K urt Gminder ist Künstler und liebt seine Freiheit. Konventionen sind ihm zuwider. Das gilt auch für sein Haus im Nassachtal bei Uhingen (Kreis Göppingen): Es ist von oben bis unten aus Abfall erbaut. Skulpturen aus rostigen Metallrohren, alten Fahrradrädern oder Gießkannen stehen am Rand seines Gartens und machen Vorbeifahrende neugierig. Das, was der 60-Jährige in vielen Jahren bearbeitet und zusammengesetzt hat, haben viele Menschen zuvor weggeworfen.

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Doch viel mehr noch als der Garten dominiert Abfall sein dreistöckiges Haus: Es ist komplett aus Abbruchmaterialien gebaut, nur wenige Dinge im Innern hat Gminder neu gekauft. „Unterhaltsame Architektur“ nennt Gminder seinen Stil.

Dachgebälk aus dünnen Fichten

Das teuerste an seinem Haus war der Statiker, rund 20 000 Mark. Er war nötig, um überhaupt eine Genehmigung für das etwa 300 Quadratmeter große Gebäude zu bekommen. Herzstück in der Mitte des Hauses sind fast naturbelassene Eichenstämme. Die Böden sind aus – für den normalen Bau eher ungeeigneten – gebogenen Stämmen, das Dachgebälk aus dünnen Fichten. Alte Fensterrahmen in unterschiedlichen Formen bilden die Fassade. Durch sie kann Gminder in seinen großen Garten und weiter ins idyllische Nassachtal schauen: „Der Blick da runter isch brutal guat“, schwärmt er. „So etwas wünsch ich jedem: Sein eigenes Stück Land, auf dem er autonom leben kann, ohne Lärm.“ Im unteren Stockwerk muss man sich den Weg zwischen Farbkübeln und Pinseln, fertigen Bildern, Zeitungsschnipseln, Aschenbechern und sonstigem Material bahnen. Mittendrin steht Gminders Bett. Am Rand gibt es eine Küche, zusammengebaut aus einer Spüle mit Herd und einfachen Platten.

Kloschüssel auf Podest

Und unter der Treppe aus Natursteinen – das Material stammt von einem verunglückten Lastwagen – ist eine Kloschüssel eingepasst, daneben ein kleines Waschbecken mit Spiegel. Vor allem auf seine „Bäder“ ist Gminder stolz, besonders auf das mit der „Trefferquote“ für den Mann: Die Kloschüssel hat er erhöht auf einem Podest eingebaut.

„Ausgeflippte, Alkoholiker und Beamte“ hätten beim Bau geholfen, erzählt Gminder. Allzu gleichförmige Betonbauten sind ihm zuwider. Normen lehnt er ab – in seinen Wagen beispielsweise hat er schwere Steine auf den Beifahrersitz gepackt, um ihn tieferzulegen. Dann hat er den Wagen mit Folie beklebt, um „die Anonymität der Blechlawinen zu durchbrechen“. Auch Normen für das Leben lehnt er ab. Menschen sollten nicht „ferngesteuert“ sein, findet er – und stattdessen nur ab und zu arbeiten gehen. Gerade soviel, dass es zum Leben reicht. So wie er: „Ich lebe unter Hartz-IV-Niveau, aber ich lebe schön.“Julia Schweizer

19.05.2011
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