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28.01.2010

So hohe Arbeitslosigkeit wie seit drei Jahren nicht mehr

STUTTGART. Die Wirtschaftskrise ist endgültig auf dem Arbeitsmarkt im Südwesten angekommen. Auch die in Baden-Württemberg besonders verbreitete Kurzarbeit hat nicht verhindern können, dass im Januar 27.600 Jobs verloren gingen. Damit lag die Gesamtzahl der Männer und Frauen ohne Arbeit bei knapp 310.700 und war damit so hoch wie seit Januar 2007 nicht mehr.

Die Arbeitslosenquote erklomm mit 5,6 Prozent ebenfalls eine Rekordhöhe: So schlecht war auch sie seit drei Jahren nicht mehr. Für die Zukunft gibt die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit keine Entwarnung. „Die Auswirkungen der Wirtschaftskrise werden in den kommenden Monaten zu steigenden Arbeitslosenzahlen führen“, sagte Behördenchefin Eva Strobel am Donnerstag in Stuttgart voraus.

Pforzheim hält den Negativrekord

Doch die Baden-Württemberger klagen auf hohem Niveau: Ihr Arbeitsmarkt ist auch weiter deutschlandweit der zweitbeste hinter Bayern. Und im Nachbarland stieg die Quote deutlich steiler an als im Südwesten - um 0,9 Punkte auf 5,5 Prozent. Im Bund lag die Quote bei 8,6 Prozent - allein in Ostdeutschland bei 13,5 Prozent.

Allerdings gibt es auch im Südwesten eine Region mit zweistelliger Quote: Negativ-Spitzenreiter ist der Stadtkreis Pforzheim mit 10,3 Prozent. Zumindest über dem Bundeswert liegt im Land noch der Stadtkreis Heilbronn mit 8,8 Prozent. Mannheim - über Jahre Schlusslicht im Südwesten - rutscht mit 8,5 Prozent sogar unter den Bundesschnitt. Muster-Landkreis Biberach kommt mit einer Quote von 4,1 Prozent nicht einmal auf die Hälfte des Bundeswertes.

Bedenklich: Immer mehr wechseln zu Hartz IV

Die Januar-Statistik zeigt nicht nur erstaunliche Unterschiede mit Blick auf die Regionen, sondern auch auf Gruppen von Betroffenen: Die Arbeitslosenquote ist bei Ausländern mit 12,7 Prozent fast dreimal so hoch wie bei den Deutschen (4,7 Prozent). Auch liegt die Arbeitslosenquote bei Frauen mit 5,3 Prozent deutlich unter der der Männer mit 5,8 Prozent.

Die Zahl der Wechsler von Arbeitslosengeld I zu Hartz-IV wächst. Im Januar stieg sie um 6,1 Prozent auf 154.860. Denn die Zahl derjenigen Menschen, denen es nicht gelingt, innerhalb von zwölf Monaten eine Arbeit zu finden, wird immer größer. Auch die Jugendarbeitslosigkeit, die sich in den vergangenen Monaten stets verringert hatte, nahm wieder zu: Fast 30 000 Menschen unter 25 Jahren waren im Januar arbeitslos.