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© Symbolbild: dpa
21.11.2014

Tödlich verletzt: Vom Bahnsteig uriniert und von S-Bahn erfasst

Böblingen. Zuerst ließ ein 35-Jähriger seinen Hund aufs Gleisbett pinkeln, dann wollte er selbst von der Bahnsteigkante einer Böblinger S-Bahn-Station aus seine Notdurft verrichten. Dabei wurde der Mann von einer S-Bahn erfasst und tödlich verletzt.

Zu dem tragischen Unfall im Bahnverkehr kam es am Donnerstagabend kurz vor 19 Uhr. Der 35-Jährige war vom Bahnsteig aufs Gleisbett gestiegen, um zunächst seinen Hund sein „kleines Geschäft“ verrichten zu lassen. Anschließend gab er das Tier an seinen Begleiter, der auf dem Bahnsteig wartete, zurück. Er selbst blieb an der Bahnsteigkante stehen, um auszutreten, als eine S-Bahn heranfuhr, die mittels Signalton angekündigt wurde. Der Mann wurde von der Bahn erfasst und so schwer verletzt, dass er noch vor dem Eintreffen der Rettungskräfte starb.

Neben dem Notarzt waren Notfallseelsorger des Rettungsdienstes sowie der Deutschen Bahn als auch Einsatzkräfte der Feuerwehr Böblingen am Unfallort. Aufgrund des Vorfalls mussten alle Gleise über eineinhalb Stunden gesperrt werden, so dass es bei mehreren Zügen zu Verspätungen und teilweise vollständigen Ausfällen kam.

Im Zusammenhang mit diesem Unfall weist die Polizei darauf hin, dass es äußerst wichtig sei, sich am Bahnsteig hinter der weißen Linie aufzuhalten. Züge haben einen enormen Bremsweg und können einem Hindernis im Gleisbereich naturgemäß nicht ausweichen. Bei einer Schnellbremsung mit 100 Stundenkilometern steht Züge nach etwa 1000 Metern. Sie entfalten eine lebensgefährliche Sogwirkung, die Menschen und Gegenstände in den Gefahrenbereich des Eisenbahnbetriebs ziehen kann – daher die weiße Linie. Zudem sind gerade Schnellzüge wie ICE oder IC sehr leise und oft erst spät hörbar.