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Hundebesitzer sollten beim Gassigehen darauf achten, was ihre Hunde fressen.
Hundebesitzer sollten beim Gassigehen darauf achten, was ihre Hunde fressen. © Symbolbild: dpa
08.03.2013

Vergiftete Hunde starben durch Strychnin

Weingarten. Die beiden Mitte Februar in Weingarten verstorbenen Hunde sind einer Strychninvergiftung erlegen. Dies ergaben jetzt die vom Landratsamt Karlsruhe in Auftrag gegebenen Untersuchungen.

Wie berichtet hatten ein Schweizer Sennenhund sowie eine Australian Shepherd am 22. Februar beim Gassigehen an einem Feldweg im Gewann „Obere Kehrwiesen“ einen rötlich-braunen Brei gefressen. Beide Tiere litten in der Folge an Krampfanfällen und starben trotz tierärztlicher Behandlung.

Nach den nunmehr vorliegenden Untersuchungsergebnissen des Chemischen und Veterinäruntersuchungsamtes Karlsruhe waren bei dem Schweizer Sennenhund eine sehr hohe Konzentration Strychnin sowie in Spuren auch Cumarinderivate (Blutgerinnungshemmer) nachweisbar.

Bei dem verstorbenen Australian Shepherd war ebenfalls Strychnin, in zwar geringer, aber mit hoher Wahrscheinlichkeit ebenfalls tödlich wirkender Konzentration, festzustellen. Offenbar hatte dieses Tier nur kurze Zeit nach dem Sennenhund an selber Stelle die Überreste des Giftbreis aufgenommen.

Strychnin ist ein sehr giftiges Alkaloid, das im zentralen Nervensystem als Krampfgift wirkt. Der Einsatz von Strychnin war früher zur Schädlingsbekämpfung üblich, ist aber seit längerer Zeit EU-weit verboten. Trotzdem wird das Gift gelegentlich von verantwortungs- oder gedankenlosen Menschen - wohl aus alten Restbeständen - gegen Vögel, Nager, Füchse und andere Wildtiere verwendet. Eine sogenannte Sekundärvergiftung durch die Aufnahme von strychninvergifteten Tieren ist ebenfalls möglich.

Für die Ermittler der Verkehrsgruppe Gewerbeüberwachung und Umweltschutz des Polizeipräsidiums Karlsruhe ist derzeit völlig unklar, wie der giftige Brei dorthin gelangte. So ist weder auszuschließen, dass sich ein vergiftetes Tier dort erbrochen hat noch, dass ein nicht unbedingt gegen Hunde gerichteter Giftköder ausgelegt wurde.

In diesem Zusammenhang sei darauf hingewiesen, dass das Tierschutzgesetz für die Tötung eines Wirbeltieres ohne vernünftigen Grund oder für das Zufügen erheblicher Schmerzen oder Leiden aus Rohheit, eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren vorsieht.

Nach wie vor bittet die Polizei Hundehalter, insbesondere in der Umgebung von Weingarten, beim Ausgang mit dem Vierbeiner um besondere Vorsicht und Wachsamkeit.