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16.06.2009

Wahl von Hans-Ulrich Rülke zum FDP-Fraktionschef

Es ist fast ein kometenhafter Aufstieg, den der Pforzheimer Hans Ulrich-Rülke in der FDP-Fraktion hingelegt hat. Vor drei Jahren erstmals den Sprung in den Landtag geschafft, erkor die Fraktion den Parlamentsnovizen zu ihrem wirtschaftspolitischen Sprecher. Ein Beweis dafür, dass die Kollegen große Stücke auf den Gymnasiallehrer halten. Wenige Monate später adelte Wirtschaftsminister Ernst Pfister den Enzkreis-Abgeordneten zu einem Hoffnungsträger in den Reihen der Liberalen und prophezeite ihm eine „glänzende Zukunft“.

Pfister hat damit Weitsicht bewiesen – Rülke letztlich aber auch selbst gefördert. Denn er war es gestern, der ihn zusammen mit Justizminister Ulrich Goll in die Pflicht nahm und zur Kandidatur für den Fraktionsvorsitz aufforderte, nachdem Ulrich Noll nach seiner bitteren Schlappe im ersten Wahlgang das Handtuch warf. Der streitbare 63-jährige Zahnarzt aus Nürtingen hatte offenbar für so manchen Liberalen in der Vergangenheit überzogen – ob bei der Hauptschuldiskussion oder der Debatte um den Ausbau des Flughafens. Dafür erhielt er gestern überraschend die Quittung.
Die Liberalen setzen mit Rülkes Wahl an die Fraktionsspitze auf einen Mann, der sich mit unbändigem Fleiß und Beharrlichkeit auf politischem Parkett nach oben gearbeitet hat. Von seinem Ziel, in die „große“ Politik einzusteigen, hat sich der 47-Jährige auch von diversen Rückschlägen und Nominierungspleiten nicht entmutigen lassen. Rülke ist zudem noch relativ jung, unverbraucht und somit die liberale Zukunft. Und dass der begeisterte Tennisspieler Strippen ziehen kann, das hat er im Pforzheimer Gemeinderat längst unter Beweis gestellt. Eine Erfahrung, die ihm jetzt auch in Stuttgart zugute kommen wird.