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06.05.2011

Wirtschaft stellt Forderungen an neue Landesregierung

STUTTGART. Gut gemeint ist noch lange nicht gut gemacht - nach diesem Motto beurteilten Industrie- und Handelskammer (IHK) sowie die Handwerkskammer der Region Stuttgart die Pläne der neuen grün-roten Landesregierung. «Wir müssen aufpassen, dass eine Regierung, die das Richtige will, mit ein paar falschen Aktionen nicht negative Stimmungen hervorruft», mahnte IHK-Präsident Herbert Müller am Freitag in Stuttgart. Als falsche Aktionen beurteilten die Kammern die grün-roten Pläne, neue Straßen nur noch in Ausnahmefällen zu bauen. «Das geht unter keinen Umständen», betonte Müller. Der Bau von Umgehungsstraßen, Autobahnanschlüssen und Kreisverkehren sei für die Logistik heimischer Betriebe dringend notwendig. Die momentane Wirtschaftslage beurteilten IHK und Handwerkskammer als «phänomenal gut».

Präsident der Handwerkskammer Rainer Reichhold verwies auf viele neue Jobs im Handwerk und sprach gleichzeitig den Fachkräftemangel an. «Ein Viertel aller Unternehmen finden keine geeigneten Mitarbeiter.» 2000 Leerstellen wären in diesem Jahr noch unbesetzt, doch vielen Schulabgängern mangele es an grundlegenden Kenntnissen.

Trotz der guten Wirtschaftslage warfen die Kammern einen kritischen Blick in die Zukunft: Gleich einem Damoklesschwert würden ungelöste wirtschaftspolitische Probleme über der Südwest-Wirtschaft schweben: Staatsverschuldung in EU-Ländern und steigende Inflation. «Irgendwann läuft das Fass über», sagte Müller. Einen Abschwung prognostizierte der IHK-Präsident jedoch für frühestens 2013.