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25.11.2010

Zehneinhalb Jahre Haft für Mord an Schwester

SUTTGART. Wegen Mordes an seiner Schwester hat das Stuttgarter Landgericht am Donnerstag einen 42-Jährigen aus Welzheim (Rems-Murr-Kreis) zu zehneinhalb Jahren Haft verurteilt. Zudem wurde eine Unterbringung in einer psychiatrischen Klinik angeordnet. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Mann seine Schwester im März in seiner Wohnung mit zahlreichen Messerstichen getötet hatte.

Beide hatten sich am Tatnachmittag um das Auto ihres verstorbenen Vaters gestritten. Daraufhin hatte der stark alkoholisierte Mann seiner Schwester zunächst mehrmals mit einer Ketchup- und dann mit einer Likörflasche auf den Kopf geschlagen. Er wollte ihr nach eigenen Angaben einen «Denkzettel verpassen». Als die Frau laut um Hilfe schrie und die alarmierten Nachbarn bereits an die Wohnungstür klopften, habe er Panik bekommen und sein Opfer zum Schweigen bringen wollen. Daraufhin holte er ein Küchenmesser und stach mehrmals auf sie ein. Nach der Tat legte er sich auf sein Bett.

Der Angeklagte leidet seit Jahren unter einer paranoiden Schizophrenie mit Verfolgungswahn. Dennoch sei er nicht vollständig schuldunfähig gewesen, sagte der Richter in seiner Urteilsbegründung. Aufgrund seiner psychischen Krankheit sei der 42-Jährige dennoch sehr gefährlich für die Allgemeinheit. Mit weiteren erheblichen Straftaten sei zu rechnen. Als haftmindernd sah das Gericht das umfassende Geständnis des Täters an. Das Opfer hinterließ einen 15- jährigen Sohn und eine 29 Jahre alte Tochter.