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06.05.2011

Zielfahnder spüren weltweit gesuchten Tatverdächtigen auf

KARLSRUHE. Er hat mehrfach seine Identität gefälscht, um dadurch seiner Verhaftung zu entgehen: Trotzdem ist es den Zielfahndern des Landeskriminalamtes Baden-Württemberg (LKA BW) gelungen, einen weltweit zur Fahndung ausgeschriebenen 36-jährigen Ukrainer in Moskau aufzuspüren. Am vergangenen Mittwoch wurde er den deutschen Behörden ausgeliefert und in Karlsruhe dem Haftrichter vorgeführt.

Dem 36-jährigen abgelehnten Asylbewerber werden ein schwerer Raub mit erpresserischem Menschenraub und ein bewaffneter, versuchter schwerer Raub in Karlsruhe im Jahr 2008 zur Last gelegt.

Der nun festgenommene 36-Jährige hatte im März 2008 bei einem schweren Raub auf einen Lebensmitteldiscounter im Karlsruher Stadtteil Knielingen mehrere tausend Euro erbeutet. Nachdem er sich kurz vor Kassenschluss in dem Markt versteckt hatte, bedrohte er in der Folge die bei der Abrechnung befindlichen Angestellten mit einer Pistole, fesselte sie und band sie an Stühlen fest. Anschließend brach er mit Gewalt die Kasseneinsätze auf und entnahm das darin befindliche Bargeld. Der Versuch, einen Tresor der Filiale gewaltsam zu öffnen, misslang. Mit Hilfe eines genetischen Fingerabdrucks konnte die Kriminalpolizei damals Zusammenhänge mit einem versuchten schweren Raub auf einen Lebensmittelmarkt nur wenige Tage zuvor im Karlsruher Stadtteil Kirchfeld erkennen, bei dem der Täter in gleicher Weise vorging. Weil er dabei aber versehentlich einen Alarm ausgelöst hatte, flüchtete der Räuber ohne Beute. Seit 2008 ist der Tatverdächtige auf der Flucht gewesen. Seine Fährte versuchte der 36-Jährige durch die Verwendung wechselnder Falschpersonalien zu verschleiern. Die Zielfahndung nach dem mit internationalem Haftbefehl gesuchten Ukrainer übernahm das LKA BW im Jahr 2008. Durch intensive Ermittlungen in der Ukraine, Weißrussland und in Russland sowie verdeckten Maßnahmen in Deutschland ist es den Zielfahndern gelungen, den 36-Jährigen in Moskau ausfindig zu machen, wo er sich ebenfalls unter falschem Namen aufgehalten hat. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Karlsruhe wurde er am vergangenen Mittwoch in Moskau den Zielfahndern übergeben, die ihn nach Deutschland brachten, wo er am 05.05.2011 in Karlsruhe dem Haftrichter vorgeführt wurde. Mit der Aufspürung und Auslieferung des 36-Jährigen können die Zielfahnder des LKA BW einen weiteren Fahndungserfolg verbuchen, der nicht zuletzt auf die gute Zusammenarbeit mit den BKA-Verbindungsbeamten und der russischen Polizei zurückzuführen ist.