400 Feuerwehrleute mussten in Metzingen einen Brand in einem Mehrfamilienhaus retten, bei dem zwei Menschen starben und ein Mann durch einen Sprung aus dem Fenster verletzt wurde. © dpa
Feuerwehrkräfte sichern in der Nacht zum Montag in Metzingen eine Brandstelle, bei der zwei Menschen getötet wurden. 17 weitere Personen wurden verletzt. © dpa

Zwei Tote und 17 Verletzte bei Brand in Tiefgarage

Metzingen. Bei einem verheerenden Brand in einem Mehrfamilienhaus in Metzingen (Kreis Reutlingen) sind zwei Menschen ums Leben gekommen. Neun weitere wurden verletzt, viele haben ihr gesamtes Hab und Gut verloren. Ein 39-jähriger Mann sprang in Panik aus dem Fenster und verletzte sich schwer.

Bildergalerie: Zwei Tote und viele Verletzte bei Wohnhausbrand

Die Lage in der Nacht zum Montag sei dramatisch gewesen, sagte Feuerwehrkommandant Hartmut Holder. Fast 400 Rettungskräfte waren im Einsatz. Viele Stunden nach dem Alarm stand noch eine hohe Rauchsäule über der Stadt.

Die beiden Opfer seien von den Einsatzkräften zunächst noch aus dem brennenden Haus ins Freie geholt worden, sagte Holder. Doch obwohl Notärzte sofort versucht hätten, sie zu reanimieren, sei jede Hilfe zu spät gekommen. Neben einer 80-jährigen Frau starb ein etwa 60-jähriger Mann, dessen Identität für die Ermittler zunächst unklar war. Eine Obduktion soll mit letzter Sicherheit klären, woran sie starben.

Ob sich noch weitere Opfer in der Brandruine befinden, konnten die Ermittler zunächst nicht mit Sicherheit ausschließen. «Wir konnten noch nicht alle Wohnungen betreten, weil teilweise die Böden durchgebrochen sind. Aber es wird niemand mehr vermisst», sagte Holder.

Das Feuer sei offensichtlich in einer Tiefgarage ausgebrochen, die mehrere Häuser miteinander verbindet, sagte Polizeisprecherin Andrea Kopp. Weshalb sich die Flammen dort entzündeten und sich dann rasend schnell in dem dreistöckigen Haus ausbreiteten, war zunächst unklar. «Die Kriminaltechnik muss jetzt zum eigentlichen Ort des Brandes vordringen und schauen, welche Möglichkeiten für die Brandursache bestehen», sagte Kopp. Die Kriminalpolizei habe für die Suche nach der Brandursache eine Ermittlungsgruppe mit 20 Beamten eingerichtet.

Insgesamt 50 Menschen mussten in der Nacht ihre Wohnungen verlassen und wurden zeitweise in einer Turnhalle untergebracht. «Die seelische und psychologische Betreuung wurde bereits während der Nacht sichergestellt», sagte der Leitende Notarzt Jörg-Uwe Renz.

Die Feuerwehr habe es besonders schwer gehabt, weil das betroffene Gebäude alt sei und keinerlei Brandschutzvorrichtungen existierten, betonte Feuerwehrkommandant Holder. «Was vor allem nützlich gewesen wäre: Wenn es in diesem Haus einen Rauchmelder gegeben hätte. Dann wäre das Feuer sicherlich noch schneller entdeckt worden.» dpa