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20.03.2008, 06:51
HEIMSHEIM. In Heimsheim wird vorerst kein Großsägewerk der Firma Pollmeier gebaut. Die 150 Arbeitsplätze entstehen jetzt in Frankreich. Scharfe Kritik übt das Unternehmen an der CDU in Baden-Württemberg.
Der Investor Pollmeier Massivholz mit Sitz in Thüringen und Großsägewerken in Mecklenburg-Vorpommern und Bayern hat sein 60-Millionen-Euro-Vorhaben, ein weiteres modernes Laubholzsägewerk in Heimsheim zu errichten, vorerst auf Eis gelegt, teilte das Unternehmen gestern mit.
Zwar ist das Grundstück schon erworben, das Projekt sei baulich wie technisch nahezu abgeschlossen, doch der Startschuss auf ungewisse Zeit verschoben. Grund ist die nicht gesicherte Versorgung des Werkes mit Buchenholz aus einer Hand, obwohl in Baden-Württemberg große und bisher ungenutzte Ressourcen dieses Rohstoffs vorhanden seien. Die Planungen und Genehmigungsverfahren würden aber komplett abgeschlossen, um in Heimsheim bauen zu können, wenn sich die Rahmenbedingungen geändert haben.
Zugesagte Menge zu geringEine vom Ministerium für Ernährung und Ländlichen Raum durchgeführte Abfrage bei kommunalen wie privaten Waldbesitzern habe lediglich eine Zusage von 60 000 Festmetern Buchenholz zum Ergebnis gehabt. Um das Werk in Heimsheim wirtschaftlich betreiben zu können, wären aber mindestens 200 000 Festmeter notwendig gewesen, Pollmeier selbst hatte damit kalkuliert, jährlich zwischen 300 000 und 500 000 Festmeter zu verarbeiten.
Gründe dafür sieht man bei Pollmeier vor allem in der Zerschlagung der Landesforstverwaltung durch die Verwaltungsreform: Es sei für das Unternehmen heute nicht mehr möglich, die benötigte Holzmenge aus einer Hand zu akquirieren. Dies sei aber aus Gründen der Planungssicherheit von großer Bedeutung, erklärte Unternehmenssprecher Lars Schmidt auf Anfrage. Die Strukturen seien mittlerweile dezentral und zu kleinteilig.
Der zuständige Minister, Peter Hauck, habe die Problematik und „deren zum Teil verheerenden Auswirkungen“ auf eine zukunftsorientierte Forst- und Holzwirtschaft nicht nur erkannt, sondern sich vehement für eine Verbesserung der Situation eingesetzt. Bislang aber ohne greifbaren Erfolg, denn die CDU-Landtagsfraktion halte an den bestehenden Strukturen fest. Die CDU-Fraktion könne sich der Unterstützung des Verbandes der Säge- und Holzindustrie (VSH) sicher sein. Dieser habe in einem „ebenso kurzsichtigen wie tendenziösen Positionspapier Forderungen an die Landesregierung, den Landtag und die Verwaltungen“ formuliert. Darin setze sich der Verband für noch weitreichendere Befugnisse der Kreisforstämter ein, fordere für diese die ausschließliche Vermarktungshoheit für Holz. „Hier stellen Lobbyisten eigene Ziele in den Vordergrund“, so Sprecher Schmidt. Als Landesverband vertrete der VSH die kleinen und mittleren Sägewerke. „Der Verband verkennt, dass die Interessen der bestehenden Sägewerke durch unsere Investition nicht berührt werden“, sagt Schmidt weiter. Pollmeier habe seinem Investitionsvorhaben eine Standortanalyse vorausgehen lassen und plane mit verfügbarem Buchenholz, ohne die ansässigen Werke zu schädigen. „Wir mussten unsere Investition in Heimsheim trotz umfassender Vorbereitungen und eines bisher schon sehr hohen zeitlichen wie finanziellen Aufwandes zunächst auf Eis legen“, sagt Schmidt, der schätzt, dass das Unternehmen mittlerweile eine sechsstellige Summe für die Planungen ausgegeben hat. „Wir fordern deshalb von den zuständigen Politikern die Wiederherstellung der Strukturen, die sowohl den forstwirtschaftlichen wie den zukunftsorientierten holzwirtschaftlichen Anforderungen gerecht werden. Dann bleibt auch für uns und andere Investoren der Standort Baden-Württemberg weiterhin interessant.“
Der Investor Pollmeier Massivholz mit Sitz in Thüringen und Großsägewerken in Mecklenburg-Vorpommern und Bayern hat sein 60-Millionen-Euro-Vorhaben, ein weiteres modernes Laubholzsägewerk in Heimsheim zu errichten, vorerst auf Eis gelegt, teilte das Unternehmen gestern mit.
Zwar ist das Grundstück schon erworben, das Projekt sei baulich wie technisch nahezu abgeschlossen, doch der Startschuss auf ungewisse Zeit verschoben. Grund ist die nicht gesicherte Versorgung des Werkes mit Buchenholz aus einer Hand, obwohl in Baden-Württemberg große und bisher ungenutzte Ressourcen dieses Rohstoffs vorhanden seien. Die Planungen und Genehmigungsverfahren würden aber komplett abgeschlossen, um in Heimsheim bauen zu können, wenn sich die Rahmenbedingungen geändert haben.
Zugesagte Menge zu geringEine vom Ministerium für Ernährung und Ländlichen Raum durchgeführte Abfrage bei kommunalen wie privaten Waldbesitzern habe lediglich eine Zusage von 60 000 Festmetern Buchenholz zum Ergebnis gehabt. Um das Werk in Heimsheim wirtschaftlich betreiben zu können, wären aber mindestens 200 000 Festmeter notwendig gewesen, Pollmeier selbst hatte damit kalkuliert, jährlich zwischen 300 000 und 500 000 Festmeter zu verarbeiten.
Gründe dafür sieht man bei Pollmeier vor allem in der Zerschlagung der Landesforstverwaltung durch die Verwaltungsreform: Es sei für das Unternehmen heute nicht mehr möglich, die benötigte Holzmenge aus einer Hand zu akquirieren. Dies sei aber aus Gründen der Planungssicherheit von großer Bedeutung, erklärte Unternehmenssprecher Lars Schmidt auf Anfrage. Die Strukturen seien mittlerweile dezentral und zu kleinteilig.
Der zuständige Minister, Peter Hauck, habe die Problematik und „deren zum Teil verheerenden Auswirkungen“ auf eine zukunftsorientierte Forst- und Holzwirtschaft nicht nur erkannt, sondern sich vehement für eine Verbesserung der Situation eingesetzt. Bislang aber ohne greifbaren Erfolg, denn die CDU-Landtagsfraktion halte an den bestehenden Strukturen fest. Die CDU-Fraktion könne sich der Unterstützung des Verbandes der Säge- und Holzindustrie (VSH) sicher sein. Dieser habe in einem „ebenso kurzsichtigen wie tendenziösen Positionspapier Forderungen an die Landesregierung, den Landtag und die Verwaltungen“ formuliert. Darin setze sich der Verband für noch weitreichendere Befugnisse der Kreisforstämter ein, fordere für diese die ausschließliche Vermarktungshoheit für Holz. „Hier stellen Lobbyisten eigene Ziele in den Vordergrund“, so Sprecher Schmidt. Als Landesverband vertrete der VSH die kleinen und mittleren Sägewerke. „Der Verband verkennt, dass die Interessen der bestehenden Sägewerke durch unsere Investition nicht berührt werden“, sagt Schmidt weiter. Pollmeier habe seinem Investitionsvorhaben eine Standortanalyse vorausgehen lassen und plane mit verfügbarem Buchenholz, ohne die ansässigen Werke zu schädigen. „Wir mussten unsere Investition in Heimsheim trotz umfassender Vorbereitungen und eines bisher schon sehr hohen zeitlichen wie finanziellen Aufwandes zunächst auf Eis legen“, sagt Schmidt, der schätzt, dass das Unternehmen mittlerweile eine sechsstellige Summe für die Planungen ausgegeben hat. „Wir fordern deshalb von den zuständigen Politikern die Wiederherstellung der Strukturen, die sowohl den forstwirtschaftlichen wie den zukunftsorientierten holzwirtschaftlichen Anforderungen gerecht werden. Dann bleibt auch für uns und andere Investoren der Standort Baden-Württemberg weiterhin interessant.“