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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Turbulenzen an den globalen Finanzmärkten



Webmaster
23.03.2008, 17:20
Microsoft-Gründer Bill Gates ist einer der reichsten Männer der Welt. Seine Milliarden hat er in der Vergangenheit oft mit rüden Methoden verdient. Bill Gates ist – das darf man mit Fug und Recht behaupten – ein Kapitalist. Ein gereifter allerdings. Denn Gates hat vor wenigen Wochen auf dem Weltwirtschaftsforum den Begriff des „kreativen Kapitalismus“ salonfähig gemacht.

Darunter versteht der 52-Jährige ein Wirtschaftssystem, von dem Arm und Reich rund um den Globus gleichermaßen profitieren. Wie das funktionieren soll, diese Antwort blieb Gates indessen schuldig. Doch diese Antwort ist drängender denn je.

Was wir derzeit erleben, ist ein Kapitalismus, der wirkt wie im Drogenrausch. Der nächste Kick, der nächste Deal muss her – ohne Rücksicht auf Verluste. Richtig satt Geld verdienen lässt sich offenbar nur noch mit dem Geld selbst. Die Renditeerwartungen haben sich vielerorts längst vom Boden der Realität verabschiedet.

Am konkreten Beispiel deutlich wird das an den Folgen des Kollaps auf dem US-Hypotheken-Markt, der die globalen Finanzmärkte in das größte Desaster seit der Weltwirtschaftskrise in den 30er-Jahren zu stürzen droht. Geblendet von der unstillbaren Gier nach immer höheren Gewinnen haben Banker kein noch so hohes Risiko gescheut, um fragwürdige Geschäfte zu machen. Wie viele Milliarden dabei in den Sand gesetzt wurden, erfährt die Öffentlichkeit dieser Tage – häppchenweise.

Nun bedeutet Globalisierung auch – oder gerade – die Vernetzung der weltweiten Finanzströme. Der Finanzplatz USA wird deshalb zum schwarzen Loch. Mit ungeahnten Folgen, die weit über die rein ökonomische Dimension des Problems hinausgehen. Denn de facto ist ein übermächtiges Parallelsystem entstanden, das sich jeder wirksamen politischen Kontrolle zu entziehen vermag – politische Systeme rund um den Globus aber ins Wanken bringen kann. „Die Wahrnehmung der Ökonomie“, zitiert das „Manager-Magazin“ den Münchner Wirtschafts-Psychologen Dieter Frey, „greift auf das politische System über.“

Und weil beispielsweise die Menschen in Deutschland die Globalisierung einzig und allein als Jobvernichter wahrnehmen, wird die Angst vor dem sozialen und wirtschaftlichen Abstieg für sie über kurz oder lang nur einen Rückschluss zulassen: die Demokratie scheint wohl doch nicht die geeignete Staatsform zu sein, um eine Zukunft in Wohlstand zu garantieren. Zumal autoritäre Systeme derzeit stolze Wachstumsraten präsentieren: in China oder im Nahen Osten.

„Kreativer Kapitalismus“, wie ihn Bill Gates gefordert hat, ist deshalb kein Selbstzweck. Er ist die zentrale Herausforderung der Zukunft – für die die Politik bislang bestenfalls hausbackene Rezepte parat hat.

liljah
23.03.2008, 17:20
"Kontinente" wie Russland,China etc. sind gerade erst dabei den Kapitalismus für sich* zu entdecken.
Das hat auch sein Gutes,denn es werden dafür jahrtausendalte Strukturen aufgebrochen.Frauen können sich emanzipieren,der Individualismus wird entdeckt.Verschiedene Formen von Freiheit und Bildung werden forciert, und benötigt damit der kapitalistische "Rubel"rollen kann. Aus den ausgebeuteten 3.Welt-Produzenten werden nach und nach liquide Konsumenten mit eigenen(zunächst einmal nur materiellen) Glücksansprüchen.
In Europa sind wir ja nun schon 200 Jahre weiter ,wir haben die Industrialisierung und den Kapialismus in vielen Variationen "genossen"und kennen die Auswüchse ganz genau: Umweltzerstörung ,Verfall aller sozialen Strukturen,geistige und kulturelle Verwerfungen,Armut, kalter egoistischer Materialismus and so on.
Aber: es gibt kein Weg zurück!
Wir sehen doch alle, wie gerade in islamische Länder aber auch sonst überall auf der Welt die monotheistischen patriarchalen Religionen und Systeme einen erbitterten Kampf gegen jede Form der Moderne (vor allem gegen weibliche Freiheit)führen, die eine Grundlage des sich entfaltenden Kapitalismus ist. Das sind jedoch,auch wenn diese Reaktionen noch so übel sind (wie .B.der Terrorismus),doch nur letzte Rückzugsgefechte.

Weil diesen Herren die Felle davonschwimmen und die Kids auf der ganzen Welt eigentlich lieber zu McDoof gehen als in Kirche,Tempel oder Moschee.
Weil viele Frauen jetzt ihre eigenen Brötchen backen und kaufen können und zur Unterordnung immer weniger bereit sind.
Weil die politische bzw. religiöse Kaste immer mehr und von immer größeren Bevölkerungskreisen in Frage gestellt wird und jetzt hochnotpeinlich Rede und Antwort bezüglich ihrer Machenschaften stehen muss.

Bald brauchen wir keine Herren mehr aber wir müssen den Individualismus (den uns der Kapitalismus erst ermöglicht hat) strikt weiterentwickeln.
Das bedeutet die Zusammenführung von* Freiheit und Verantwortung.
"Eigentum verpflichtet" das steht schon in unserem (wunderbaren!)Grundgesetz.
Wir alle sollten daher nicht ruhen, den Lenkern in unserer Gesellschaft ,den Verantwortlichen ,den gewählten (Polikerkaste) und den ungewählten (das Kapital) Machthabern immer wieder deutlich zu machen, wo der Hammer hängt und wie ihre Verantwortlichkeit dem Ganzen gegenüber ist und sein muss.
Wir sind das Volk! Wir sind ein Teil der öffentlichen Meinung!
In diesem Sinne, Gruß Liljah

MartinK
24.03.2008, 00:16
Microsoft-Gründer Bill Gates ist einer der reichsten Männer der Welt. Seine Milliarden hat er in der Vergangenheit oft mit rüden Methoden verdient. Bill Gates ist – das darf man mit Fug und Recht behaupten – ein Kapitalist.

Der Mann hat so viel Geld, der könnte mal ein paar Programmierer einstellen und ein vernünftigen, stabiles, sicheres und schnelles Betriebsystem entwickeln lassen.

Interessierter
24.03.2008, 07:39
Der Mann hat so viel Geld, der könnte mal ein paar Programmierer einstellen und ein vernünftigen, stabiles, sicheres und schnelles Betriebsystem entwickeln lassen.

Wohl wahr - aber das wäre ein (anderes Thema) anderer Thread.

Übrigens, die Alternative ist schon (lange) da - LINUX . :)

philly
24.03.2008, 08:03
Allerdings ist Linux nicht eben nutzerfreundlich. Mächtig ja, aber doch eher was für angewandte User. Aber das ist wirklich ein anderes Thema. ;)