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Webmaster
26.03.2008, 16:14
BAD LIEBENZELL. Die Aufgaben der Feuerwehr sind vielfältig. Die Bad Liebenzeller Floriansjünger suchen für ihre wichtigen Tätigkeiten Verstärkung. Und rufen dazu besonders ihre ausländischen Mitbürger auf.

In portugiesischer und deutscher Sprache warb die Feuerwehr Bad Liebenzell jüngst im örtlichen Mitteilungsblatt für sich und den Dienst an der Allgemeinheit. Angesprochen wurden zunächst vor allem die zahlenmäßig stärkste Ausländergruppe in Bad Liebenzell. Gesucht wurden portugiesische Mitbürger, die aktiv, kontaktfreudig, tatkräftig sowie sozial engagiert sind. Betont wurde in der Annonce auch der mögliche Kontakt zu (neuen) Freunden.

Gute ErfahrungGute Erfahrungen in jeder Hinsicht hat Kommandant Thomas Fischer bereits seit Jahren mit vier portugiesischen Kameraden, die in der Unterhaugstetter Abteilung ihren Dienst tun. So wie der 46-jährige Joao Ribeiro. Der gebürtige Portugiese ist seit 1984 bei der Feuerwehr aktives Mitglied und schätzt die Kameradschaft der Wehrmänner. „Zunächst hatte ich Bedenken. Aber meine deutschen Freunde haben mich genügend dazu animiert. Ich war zwar der erste Ausländer bei der Feuerwehr in Liebenzell, aber ich wurde nie als solcher behandelt. Ich habe immer ganz selbstverständlich dazugehört“, betont er. Man frage bei einem Brand ja auch nicht, ob es da um Deutsche oder Ausländer gehe. „Rettung und Hilfe steht für uns bei einem Einsatz im Vordergrund“, argumentiert Joao Ribeiro. Für den Bad Liebenzeller Feuerwehr-Kommandant Thomas Fischer war die Ludwigshafener Brandkatastrophe in dem von Türken bewohnten Haus Anfang Februar Auslöser für den konkreten Aufruf im Amtsblatt. Die Diskussion und die anfänglichen Anschuldigungen hätten ihn nachdenklich gemacht. Da darüber hinaus die Mitgliederstärke nicht zunähme, sei dies seiner Meinung nach ein günstiger Zeitpunkt für Mitgliederwerbung – auch in den Reihen ausländischer Mitbürger, bemerkt er. „Wir müssen auf jeden Fall den momentanen Personalstand halten“, betont er und wenn dies mit Hilfe ausländischer Mitbürger gelänge, dann hätte das gleich mehrere Vorteile. „Wenn ausländische Mitbürger bei der Feuerwehr engagiert sind, dann wissen sie, dass wir keinen Unterschied in unserer Hilfe machen, es ist ein Dienst an der Allgemeinheit“, macht Fischer deutlich.

Darüber hinaus hält der Feuerwehr-Kommandant den Aspekt der Integration ebenso für wichtig. „Es wird bei uns einfach noch zu viel nur von Integration gesprochen“, sagt er. In der Feuerwehr könne diese Integration beispielhaft gelebt werden, eben weil die Hilfe grundsätzlich auch allen zugute komme.

Um den Aspekt der Integration zu verdeutlichen habe die Feuerwehr den Aufruf auch in der Muttersprache verfasst“, verdeutlicht Fischer. Natürlich könnten die meisten Portugiesen deutsch, aber man habe einfach einen Schritt auf diejenigen zugehen wollen, die die Feuerwehr gern in ihren Reihen haben würde, setzt er hinzu.

Es soll nicht bei einem Aufruf an die Portugiesen bleiben. „Demnächst wollen wir auch an unsere türkischen Mitmenschen herantreten. Momentan wird der Aufruf übersetzt“, informiert Thomas Fischer.

Gemeldet hat sich bislang noch niemand auf den ersten Aufruf hin. „Wir hoffen aber, dass es sich herumspricht, dass den Aufruf vielleicht eine portugiesische Mutter liest und ihren Sohn animiert oder bei der Arbeit darüber geredet wird und sich der eine oder andere angesprochen fühlt“, sagt Fischer.

pierredelarue
26.03.2008, 16:14
Glückwunsch an die Kameraden von Bad Liebenzell. Einen Versuch ist es wert, obwohl ich am guten Ergebnis meine Zweifel habe. Ich war selbst jahrelang aktiv und leitend in einer Freiwilligen Feuerwehr und musste leider feststellen, dass die Leistungsbereitschaft für andere Menschen immer weiter zurück geht. Wir lassen uns eben gerne bedienen. Irgendjemand wird es schon richten. Lieber konsumieren als aktiv tätig werden. Meine Hochachtung vor Herrn Ribeiro. Nur denke ich das die türkischstämmigen Einwohner eher nicht bereit sind sich ins Allgemeinwohl einzugliedern. (Wenn es selbst die Deutschen immer seltener tun).
Ich lasse mich allerdings gerne vom Gegenteil überzeugen. Ich hoffe, die PZ bringt in einigen Wochen einen Bericht über das Ergebnis der Aktion.