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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Kita-Streik: Kundgebung mit sympathisierenden Müttern



Webmaster
17.06.2009, 20:29
PFORZHEIM. Trillerpfeifen und Plakate mit der Aufschrift „Wer sich nicht wehrt, lebt verkehrt“ auf dem Marktplatz: Rund 300 Mitarbeiter an kommunalen Kindertagesstätten haben am Mittwoch für bessere Arbeitsbedingungen gestreikt.

Teilnehmer aus Pforzheim, Rastatt, Gaggenau, Horb, Karlsruhe, Calw und dem Landratsamt Enzkreis vermischten sich mit Sympathisanten kirchlicher Einrichtungen, die sich solidarisch mit den Streikenden erklärten. Und sogar Mütter wie Anja Noel mit ihren Kindern Kira und Helene (Kindertagesstätte in Brötzingen) hatten Verständnis für die Streikenden: „Wer einmal einen Kindergeburtstag organisiert hat und die Geräuschkulisse nur für einige Zeit aushalten musste, weiß, welchen Belastungen die Mitarbeiterinnen in den Kindertagesstätten tagtäglich ausgesetzt sind“, so Noel.

Ver.di-Gewerkschaftssekretärin Amely Poll freute sich über den breiten Konsens der Solidarität, auf den auch der DGB-Regionalvorsitzende Martin Spreng einging. „Alle möglichen Bevölkerungsgruppen haben Verständnis für die gewerkschaftlichen Forderungen – nur die Arbeitgeber nicht“, sagte er.

Eine Erzieherin aus der ehemaligen DDR habe ihm erzählt, dass sie geglaubt habe, sie halte das nicht aus und werde auf die Dauer verrückt, als sie zum ersten Mal in einem West-Kindergarten die herumspringenden und lärmenden Kinder erlebt habe. Wer täglich solchen Belastungen ausgesetzt sei und auch noch „den politischen Schwachsinn – die Rente mit 67 – “ vor Augen habe, müsse sich einfach wehren. „Für spekulierende Banker stehen Milliarden Staatsgelder bereit, aber wer sich um die wirklich Systemrelevanten kümmert, der wird mit Hungerlöhnen abgespeist“, so Spreng.

„Kein Geld für Bildung“Es sei nicht glaubwürdig, von politischer Seite immer bessere Bildung zu fordern und dann kein Geld dafür zur Verfügung zu stellen. „Mit den Lippenbekenntnissen der Politiker muss endlich Schluss sein“, so Spreng. Ähnlich äußerte sich Dagmar Schorsch-Brandt, stellvertretende Landersvorsitzende von ver.di Baden-Württemberg. Es sei ein Skandal, dass es in manchen Einrichtungen nicht einmal Wickelkommoden gebe und Erzieherinnen diese Tätigkeit auf dem Boden ausüben müssten. „Wer schon im Alter von 30 Jahren mit Rückenproblemen oder Tinnitus zu kämpfen hat, weiß, wie wichtig eine betriebliche Gesundheitsstruktur ist“, so Schorsch-Brandt. Weniger Geld bei gestiegenen Anforderungen – so sehe keine Wertschätzung aus.

Danach gab es eine kabarettistische Einlage mit Einhardt Klucke vom – wie er sagte – „Institut für Optimismus des Unterschichten-Consulting“.

„Mutter mit Erfahrung“Franz Herkens, städtischer Personalratsvorsitzender des Bereichs „Soziales und Schulen“ sowie Sibylle Schüssler, Fraktionssprecherin der „Grünen Liste“ waren sich einig darin, der Erziehung und Bildung einen höheren Stellenwert einzuräumen. Schüssler: „Die Forderungen der Erzieherinnen sind berechtigt – das weiß ich als Mutter von vier Töchtern“.

Detlef von Seggern
17.06.2009, 20:29
Das alle möglichen Bevölkerumgsgruppen "Verständnis", für diese Gewerkschaftlichen Forderungen haben, wie sich der Gewerkschaftsfunktionär Spreng ausdrückte, dürfte stark in Frage gestellt sein !

Den meisten Arbeitnehmern, plagen jetzt mit Sicherheit andere Sorgen, sofern sie noch einen >Arbeitsplatz< haben, nämlich, das sie diesen behalten können.
Und in der ehemaligen DDR, haben die Kinder im Kindergarten genau so rumgeturnt und geschrien, wie im Westen auch. Kinder sind Kinder. Hier braucht diese Erzieherin, aus dem einstigen Bruderstaat,dem DGB-Funktionär Spreng, keine "Ammenmärchen" zu erzählen!

Aber auch die stellvertretende Landersvorsitzende von ver.di Baden-Württemberg, Dagmar Schorsch Brandt, "sollte" wissen, dass Rückenprobleme, eine Volkskrankheit ist, von denen Millionen Menschen,aller Altersgruppen, in dieser Republik betroffen sind. Auch die Krankheit Tinnitus, kann jeden treffen.

Hier sollten alle "Gewerkschaftsfunktionär, welche so "große" Sprüche klopfen, mehr "Bodenhaftigkeit" beibehalten. Denn auch diese Gewerkschaftsfunktionäre, können keinem Arbeitnehmer(in) helfen, wenn diese ihren Arbeitsplatz verlieren. Sei dies im Öffentlichen Dienst, oder in der Privatwirtschaft.

Hasso M
17.06.2009, 20:53
Wir sollten die Anforderungen, die heute an die Erzieherinnen gestellt werden, nicht mit denen aus der ehemaligen DDR vergleichen.

Oder gab es früher im Osten auch so viele Sprachprobleme, um das Thema der Zuwanderung aufzugreifen?