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10.04.2008, 00:01
RADOLFZELL. Ein kräftiger Scheinwerferkegel erhellt den kalten Nachthimmel am Bodensee. Experten des Regierungspräsidiums Freiburg sind angerückt, um mit Halogenstrahlern Kormorane aus ihren Nestern zu scheuchen.
Mit dieser am Bodensee bisher einmaligen Aktion wollte man gestern am frühen Morgen bei Temperaturen um den Gefrierpunkt den Nachwuchs der Fischräuber im Naturschutzgebiet Radolfzeller Aachried verringern. So hatten es die Berufsfischer gefordert. Denn wenn die Elterntiere das Gelege in den Wipfeln der Silberweiden verlassen, kühlen die Eier aus und sterben ab.
Der scharfe Protest von Naturschützern und Vogelkundlern war damit umsonst. Eine Petition des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu) an den Landtag, die Attacke zu unterlassen, war wenige Stunden zuvor abgelehnt worden. Die Berufsfischer machen den großen Wasservogel für ihre sinkenden Fangerträge verantwortlich. Der Kormoran frisst am Tag bis zu 500 Gramm Fisch. Experten dagegen erklären den Schwund in den Netzen mit dem immer saubereren Bodenseewasser, der immer wenige Nährstoffe für die Fische bereithält.
Naturschützer machtlosMehrere Dutzend Gegner und Neugierige haben sich in dem Naturschutzgebiet am westlichen Bodensee eingefunden. Das Vorgehen gegen die Kormorane verhindern sie aber nicht, sondern beschränken sich auf hitzige Debatten. Unter ihnen ist Radolfzells Oberbürgermeister Jörg Schmidt. „Ich finde es unethisch, ein Lebewesen so unter Stress zu setzen, dass es seine Brut verlässt. Das macht ein Lebewesen nur im äußersten Notfall“, kritisierte er. „Das hier ist eine Schande“, schimpft der Nabu-Landesvorsitzende André Baumann. Stephan Gutz-weiler vom Regierungspräsidium dagegen wirbt mit Engelszungen und sachlicher Information um Verständnis. „Das ist die erträglichste Maßnahme“, findet er.
Die Diskussionen drehen sich vor allem darum, ob bereits Kormoran- Küken geschlüpft sind. In die Horste der Tiere hoch oben in den Wipfeln der Silberweiden hat jedoch niemand direkt schauen können. Der Nbau hatte aus dem Fütterungsverhalten geschlossen, das es bereits in vier Nestern Nachwuchs gibt. Die Naturschützer warnen vor einem Verstoß gegen das Tierschutzgesetz, wenn Jungtiere getötet würden. Ein Behördenvertreter beteuert jedoch: „Wir haben kontinuierlich beobachtet, es hat aber keiner Jungtiere festgestellt.“ Beim Regierungspräsidium schätzte man gestern, dass rund 70 Prozent der 160 bis 200 Eier abgestorben sind. Weitere Aktionen wurden nicht ausgeschlossen.
Mit dieser am Bodensee bisher einmaligen Aktion wollte man gestern am frühen Morgen bei Temperaturen um den Gefrierpunkt den Nachwuchs der Fischräuber im Naturschutzgebiet Radolfzeller Aachried verringern. So hatten es die Berufsfischer gefordert. Denn wenn die Elterntiere das Gelege in den Wipfeln der Silberweiden verlassen, kühlen die Eier aus und sterben ab.
Der scharfe Protest von Naturschützern und Vogelkundlern war damit umsonst. Eine Petition des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu) an den Landtag, die Attacke zu unterlassen, war wenige Stunden zuvor abgelehnt worden. Die Berufsfischer machen den großen Wasservogel für ihre sinkenden Fangerträge verantwortlich. Der Kormoran frisst am Tag bis zu 500 Gramm Fisch. Experten dagegen erklären den Schwund in den Netzen mit dem immer saubereren Bodenseewasser, der immer wenige Nährstoffe für die Fische bereithält.
Naturschützer machtlosMehrere Dutzend Gegner und Neugierige haben sich in dem Naturschutzgebiet am westlichen Bodensee eingefunden. Das Vorgehen gegen die Kormorane verhindern sie aber nicht, sondern beschränken sich auf hitzige Debatten. Unter ihnen ist Radolfzells Oberbürgermeister Jörg Schmidt. „Ich finde es unethisch, ein Lebewesen so unter Stress zu setzen, dass es seine Brut verlässt. Das macht ein Lebewesen nur im äußersten Notfall“, kritisierte er. „Das hier ist eine Schande“, schimpft der Nabu-Landesvorsitzende André Baumann. Stephan Gutz-weiler vom Regierungspräsidium dagegen wirbt mit Engelszungen und sachlicher Information um Verständnis. „Das ist die erträglichste Maßnahme“, findet er.
Die Diskussionen drehen sich vor allem darum, ob bereits Kormoran- Küken geschlüpft sind. In die Horste der Tiere hoch oben in den Wipfeln der Silberweiden hat jedoch niemand direkt schauen können. Der Nbau hatte aus dem Fütterungsverhalten geschlossen, das es bereits in vier Nestern Nachwuchs gibt. Die Naturschützer warnen vor einem Verstoß gegen das Tierschutzgesetz, wenn Jungtiere getötet würden. Ein Behördenvertreter beteuert jedoch: „Wir haben kontinuierlich beobachtet, es hat aber keiner Jungtiere festgestellt.“ Beim Regierungspräsidium schätzte man gestern, dass rund 70 Prozent der 160 bis 200 Eier abgestorben sind. Weitere Aktionen wurden nicht ausgeschlossen.