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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Bundestag lockert Stammzellen-Gesetz



Webmaster
12.04.2008, 21:59
Ein netter Traum: Alzheimer ist heilbar, Herzinfarkte und Diabetes längst nicht mehr dramatisch und wenn die Niere versagt, lassen wir uns einfach ein persönlich abgestimmtes Organ im Labor nachzüchten. Möglich werden sollten solche Wunder – glaubte man euphorischen Forschern – dank embryonaler Stammzellen.

So jedenfalls hatten sich das einige Wissenschaftler 1998 für die nahe Zukunft ausgemalt. Kurz zuvor hatte in Schottland das sogenannte Klon-Schaf Dolly das Licht der Welt erblickt – gezüchtet aus der Retorte und ausgestattet mit den identischen Erbmerkmalen wie Dollys Eltern. Das Wunder, die fantastisch anmutenden Eigenschaften der Stammzellen zur Heilung schwerster Krankheiten beim Menschen anwenden zu können, schien zum Greifen nahe.



Heute, zehn Jahre danach, fehlen immer noch die Erfolge; gibt es noch keine wirksame Therapie, die sich auf das Klonen embryonaler Stammzellen zurückführen ließe. Die Forscher sind inzwischen denn auch deutlich leiser geworden. Gleichwohl sind Stammzellen weiterhin die große Hoffnung der Medizin. Wissenschaftler glauben, dass sich aus den noch nicht ausdifferenzierten Zellen eines Tages alle möglichen Ersatzorgane und -gewebe individuell züchten lassen. Bis jetzt standen dem Forschergeist dabei allerdings moralische Bedenken im Wege, besonders weil sich die begehrten Zellen nur aus getöteten Embryonen gewinnen ließen.

Jenseits aller Hoffnungen, die auf die Nutzung von Stammzellen aufbauen, ist die Forschung an ihnen längst zu einem veritablen Wirtschaftsfaktor geworden. Großbritannien leistet sich genau aus diesem Grunde eine internationale Stammzellen-Bank, die Wissenschaftler weltweit mit den begehrten Forschungsobjekten beliefern soll. Dass die britische Regierung jetzt sogar der Herstellung von Mischembryonen aus Mensch und Tier zugestimmt hat, ist zwar bedenklich, überrascht aber schon deshalb nicht mehr. Das war nur konsequent im Kontext der vorangegangenen Experimente.

Gleichwohl: Die ethischen Einwände gegen das Klonen menschlicher Zellen haben nichts von ihrer Aktualität verloren. Eine Erzeugung von Stammzellen ohne Zerstörung des Embryos wäre ein Ausweg aus diesem Dilemma, an dem Stammzellenforscher derzeit noch arbeiten. Solange dies noch so ist, ist die Forschung an embryonalen Stammzellen in den meisten Ländern stark eingeschränkt oder verboten. Es darf wohl damit gerechnet werden, dass die Wissenschaft, die hinter den Klonexperimenten steht, sich rasch weiter entwickeln und das Problem lösen wird. Was dann bleibt, ist das grundsätzliche Unbehagen darüber, dass in der Stammzellforschung menschliche Embryonen zu einem Rohstoff degradiert werden – ein kaum aufzulösender Widerspruch.

Detlef von Seggern
12.04.2008, 21:59
Nun, man kann da gegensätzlicher Meinung sein, was die Stammzellenforschung betrifft ,aber man muß mit der Zeit gehen, wo doch die Forschung, immer weitere Fortschritte macht!
Hier ist die Entscheidung des Bundestages zu begrüßen, welcher das Stammzellen-Gesetz gelockert hat!
Es ist noch "nie" ein Meister vom Himmel gefallen, und so wird es auch in der Stammzellenforschung sein, wo eines Tages der Durchbruch gelingen wird, mit Ergebnissen, von denen zur Zeit unheilbare Kranke Menschen, überall auf diesem Globus , profitieren werden!
Und, wie die Meinung über dieses Thema und nach erfolgten Durchbruch in einigen Jahren, oder auch nách einem Jahrzeht sein werden, sei dahingestellt!
In einer Zeit wo vielleicht bis jetzt, unbekannte Krankheiten, die Menschheit getroffen hat, und man über die damalige eingesetze Stammzellenforschung und deren positiven Erfolgsergebnisse froh sein wird!

BadnerBube
12.04.2008, 23:43
Auch der Papst wird, wenn er krank wird, über jedes Medikament froh sein das ihm hilft. Egal wie es gewonnen wurde,.
Aber die katholische Kirche muß ja dagegen sein weil sie ja grundsätzlich gegen Fortschritt ist. Die evangelische Kirche hat nichts dagegen.
Und wenn in den letzten 10 Jahren noch nicht viel Ergebnisse zu sehen waren soll man die Hoffnung nicht aufgeben. Die Zeiten in denen man so auf die Schnelle einen wissenschaftlichen Durchbruch schafft sind vorbei. Wobei die langwierigen Genehmigungsverfahren in Deutschland den Erfolg auch nicht gerade beschleunigen.

Der aus'm Enzkreis
13.04.2008, 18:34
zum Badner Buben:
Aber die katholische Kirche muß ja dagegen sein weil sie ja grundsätzlich gegen Fortschritt ist.

Die Grünen sollst Du dabei nicht vergessen. Obwohl ich gar nicht verstehe warum. Auf der einen Seite wollen sie abtreiben auf Teufel komm raus, bis zur x....Woche, wo die Embryonen abgesaugt (geschreddert) werden und da haben sie solche Bedenken.
Ich kann das ganze Gezerre und Getue nicht nachvollziehen. Alleine schon dass diese Stammzellen aus dem Ausland bezogen werden müssen, ist in meinen Augen scheinheilig und heuchlerisch.
Es gibt keinen Politiker der nicht predigt, dass in Deutschland mehr geforscht werden soll und muss. Und dann baut man diesen Leuten solche Hürden auf und diese miserable Bedingen. Quasi wasch mir den Pelz, aber mach nicht nass!

MfG :mad::mad::mad:

BadnerBube
14.04.2008, 12:28
Ich sehe auch keinen ethischen Unterschied zwischen deutschen und ausländischen Stammzellen, nur einen ethnischen.
Aber vielleicht gibt es bei den Entscheidungsträgern welche die den Unterschied zwischen diesen beiden Worten nicht kennen.

Der aus'm Enzkreis
14.04.2008, 13:55
zum BadnerBuben !

Nein nein, glaube mir, das sind schlichtweg nur Heuchler und Scheinheilige, das hat mit ethischem gar nichts zu tun.
Das ist wie mit dem Atomstrom, solange er aus Frankreich kommt ist er in Ordnung, nur sollen wir "selbst" keine AKWs haben und "selbst" keinen produzieren. Diese Gleichung paßt 100%ig, glaube mir!

MfG :confused: :confused: :confused: